Buchstabiert

Irgendwie waren wir auf das Suchen von Namen im Telefonbuch gekommen. Ich glaube, in dem Buch, das ich gerade vorlas, hatte es geheißen, dass die Oma jemandem erklärt habe, wie man Namen im Telefonbuch sucht.

Meine Jüngste fand das zunächst trivial, man wisse doch, wie man Namen findet. Ich meinte darauf, dass man ja schon wissen müsse, wie man da vorgeht, immerhin seien die Telefonbücher großer Städte ziemlich dick.

Sie darauf: Aber die Namen sind doch im Telefonbuch, also, nicht nummeriert, sondern – buchstabiert.

Das muss die schönste Zweckentfremdung eines bereits vorhandenen Wortes seit langem sein. An solchen Stellen wird sichtbar, wie zusammengestoppelt, inkonsistent und lückenhaft unser Wortschatz so ist. Und genau das, finde ich, macht Sprache so spannend.