Ein Waldspaziergang im goldenen Oktober

Im Teeladen geben sie an der Kasse meistens ein oder zwei Probepackungen Tee mit. Sie hoffen, der geneigte Kunde möge an der einen oder anderen neuen Teesorte Gefallen finden und gelegentlich mehr davon kaufen. Nun bin ich seit langem auf kräftige Tees aus Assam oder Sri Lanka eingeschossen, und aus „meiner“ Sparte ist nicht so oft was dabei. Man verschenkt wohl lieber exotischere, elegantere und – habe ich jetzt nicht überprüft, tät mich aber nicht wundern – hochpreisigere Tees als meine gewohnten Sorten.

Die Chefin meines Teeladens weiß, was ich mag und gibt mir meistens etwas mit, das mir schmeckt, aber immer wieder stehen da andere Leute hinter der Theke, die mir dann Den Rest des Beitrags lesen »

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Fehleinschätzungen

Es kommt immer wieder vor, dass Leute, die es eigentlich besser wissen sollten, grandiose Fehleinschätzungen vom Stapel lassen. Die fliegen ihnen dann oft früher oder später ebenso grandios um die Ohren.

Thomas J. Watson, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender von IBM, soll 1943 gesagt haben, er glaube, dass es auf der Welt einen Bedarf von vielleicht fünf Computern geben werde. Ob er das wirklich gesagt hat, ist nicht belegt, und die Verbreitung dieses angeblichen Ausspruchs mag darin begründet sein, dass es zu schön ist, wenn ein Fachmann in seinem urgeigensten Fachgebiet derart danebenliegt. Egal, wer sich den Spruch ausgedacht hat, die Entwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt, dass er vollkommen falsch ist. Sogar Supercomputer gibt es mittlerweile deutlich mehr als fünf.

Bill Gates und seine Firma (oder waren es Steve Jobs und seine Firma? Egal.) haben die Bedeutung des Internets lange unterschätzt und sind erst sehr spät in die Entwicklung internetspezifischer Produkte eingestiegen. Heute Den Rest des Beitrags lesen »


Scherverzähung

Neulich hat meine Tochter ein Rezept für eine nichtnewtonsche Flüssigkeit angebracht. Wir haben das Zeug dann angerührt (Stärke in Wasser eingerührt) und viel Spaß damit gehabt. Bei richtigem Mischungsverhältnis kann man auf die Oberfläche schlagen und das Zeug wird sofort hart. Es gibt keine Spritzer und nichts.

Dieselbe Pampe kann man aber ausgießen. Langsam, weil wenn man zu schnell gießt, wird es erstmal wieder hart, weil Zug genauso wie Druck die sogenannte Scherverzähung (oder Dilatanz) aktiviert. Das ist ein ausgesprochen verblüffender Effekt.

Jetzt hat mich interessiert, wie das funktioniert, warum das so ist und wieso es überhaupt nichtnewtonsche Flüssigkeit heißt. Also habe ich mich bei Wikipedia ein bisschen schlaugelesen. Dabei Den Rest des Beitrags lesen »


Fundsachen

Es gibt auf dieser Welt viele schräge Typen. Wirrköpfe, Durchgeknallte, Exzentriker, Genies, die Übergänge mögen da gelegentlich fließend sein. Originale jedenfalls, die sich aus welchen Gründen auch immer auf die unterschiedlichsten Skurrilitäten verlegt haben. Leute, über die teils gelacht wird, teils gestaunt und die man teils bewundert.

Mir sind im Laufe meines Lebens schon einige begegnet. Lehrer, Mitschüler, Dozenten, Kommilitonen, Kollegen, bestimmte Typen im Viertel, die jeder kennt, es sind einige zusammengekommen. Sie waren alle auf ihre Art besonders, interessant und unverwechselbar. Oft anstrengend, oft liebenswert, oft unterhaltsam, fast immer irgendwie faszinierend.

(Streng genommen ist wahrscheinlich jeder Mensch ein Original, man merkt es nur bei den meisten nicht, weil die Eigenheiten nicht so auffällig sind und der größte Teil dessen, was andere wahrnehmen, „normal“ genug ist, Mainstream eben. Die Eigenheiten stecken oft tiefer, dürften deswegen aber nicht weniger einzigartig und faszinierend sein.)

Ich glaube, eine besondere Gruppe unter den Exzentrikern müssen Mathematiker sein. Damit meine ich nicht die Brot-und-Butter-Rechenknechte, die Versicherungskonditionen, Finanzinstrumente und so Dinge berechnen, sondern eher die akademischen Elfenbeintürmer, die großen und manchmal irrlichternden Geister, die sich in den abgelegeneren Ecken eines der mittlerweile ohnehin schon (habe ich von Mathematikern ungefähr so gehört) weltfremdesten und für den Alltag irrelevantesten Forschungsgebiete überhaupt verlustieren und dementsprechend Den Rest des Beitrags lesen »