Eichhörnchen

Die Welt besteht aus Quellen und Senken. Das trifft auf die Welt im Großen zu, aber auch auf kleine Teilwelten, etwa Haushalte, vor allem solche mit Kindern. Quellen sind dabei Orte, die Dinge von sich geben. Senken sind die Orte, an denen Dinge sich sammeln.

Die Quellen und Senken, über die ich hier schreibe, haben alle irgendwie mit Menschen zu tun. Menschen sind selbst immer auch Quelle und Senke für alles mögliche. Sie schaffen und unterhalten immer wieder Senken verschiedenster Art und befüllen zugleich als Quelle alle möglichen eigenen und fremden Senken.

Die eingangs erwähnten Kinder sind in dieser Hinsicht Naturtalente, als solche oft sehr aktiv und – da zunächst ganz unbefangen und „reinen Herzens“ – weitgehend unbelehrbar. Sie sind Quelle für Spielsachen, Bücher, Bilder und Selbstgebasteltes, verbrauchte Anziehsachen (vor allem Socken), Marmeladen- und Filzstiftflecken, Bonbonpapiere und sonst alle möglichen Dinge, die sie gleichmäßig in der Wohnung zu verteilen pflegen. Senke für Den Rest des Beitrags lesen »

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Ordnung muss sein

Früh morgens im Bahnhof. Am einen Ende der Halle kehrt ein Mann in orangefarbener Arbeitskleidung den Müll der letzten Nacht zusammen. Am anderen Ende, wo schon gefegt ist, schlendert ein junges Pärchen in Richtung eines Ladens.

Der Kerl –  Vollbart, kurze Haare, viel Stahl im Gesicht, mehrere Tattoos, modische Kleidung – hantiert mit ein paar Sachen. Dabei rutscht ihm eine volle Literflasche Cola aus der Hand. Die Flasche kullert mehrere Meter weit über den Steinboden, und noch bevor sie ausgerollt ist Den Rest des Beitrags lesen »


Ordnung wie gedruckt

Wir haben eine Bastelkiste, in der wir unser Bastelmaterial aufbewahren – Buntpapier, Fotokarton, Filz, Glitzerkram, Farbe, Klebstoff, Glasperlen, was weiß ich. Der Bestand ist im Laufe der Jahre erheblich gewachsen, und in der Kiste ist es unübersichtlich geworden. Deshalb haben wir jetzt mal versucht, den Inhalt ein wenig zu sortieren. Kleinkram sollte in durchsichtige Ziploc-Tüten. Farbdöschen oder -fläschchen in Pappschachteln oder durchsichtige Plastikdosen, Stifte ebenso. Dabei sollte gleiches mit gleichem einsortiert werden, es geht ja darum, die Sachen einfach auffindbar zu machen.

Nun hatten wir ein paar kleine Pappschachteln unterschiedlicher Formate und die eine oder andere Tupperdose zur Verfügung, um das Zeug ordentlich unterzubringen. Aber leider ist es mit diesen Behältnissen so, dass die oft knapp zu klein sind. Man kriegt die vorhandenen fünf Flaschen und drei Dosen Farbe und die zwei Lackstifte mit Müh und Not und viel Zirkelei gerade so drin unter, aber wenn eine Farbe dazukommt oder ein als Ersatz für eine verbrauchte Farbe gekauftes Gebinde ein anderes Format hat, passt es nicht mehr.

Und wenn man die so überladene Schachtel auch nur zu scharf anschaut, fällt was raus. Ordnung geht anders, also Den Rest des Beitrags lesen »


Der Aufräumapparat

Dass Kinder häufig dazu neigen, eine gewisse Unordnung zu verbreiten, wusste ich ja schon lange. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich selbst im Vorschulalter regelmäßig ansehnliche Leistungen in Sachen Zimmervollkramen vollbracht. Man spielt halt was, dann was anderes, dann noch was, und zieht dabei eine breite Spur Spielzeug, Bastelmaterial, Anziehsachen usw. hinter sich her. Irgendwann im Grundschulalter fing mir das Chaos an, auf die Nerven zu gehen, und ich beschloss, fortan Ordnung zu halten. Das funktioniert seitdem einigermaßen gut. Zwar gibt es immer wieder mal hartnäckige Unordnungsherde, aber die kann ich meistens ganz gut hinter Schranktüren oder so verstecken.

Meine Kinder sind noch in der Vollkramphase. Die Ältere denkt sich Sachen aus, spielt oft sehr intensiv und benutzt dabei alles, was sie dazu braucht. Dabei verschiebt sie schon mal Möbel und errichtet großartige Bauwerke. Die Jüngere geht anders vor. Sie umgibt sich überall mit „ihren Schätzen“. Sie sitzt dann oft irgendwo in ihrem Zimmer, umgeben von einer Ansammlung von Spielzeug und allem möglichen Kram, und spielt ganz selbstvergessen mit ein oder zwei Dingen. Dann geht sie woanders hin und baut sich dort auch wieder so ein Nest. Am Ende ist der gesamte Fußboden von einer erstaunlich gleichmäßigen, gefühlt knöcheltiefen Schicht von Spielsachen bedeckt. Dazu kommen noch kleine Verstecke in Regalen, auf Stühlen und Fensterbrettern, unter Schränken, die sie dort wie ein Eichhörnchen anlegt und vergisst.

Jedenfalls sehen die beiden Kinderzimmer oft aus, als habe ein Riese Den Rest des Beitrags lesen »