Interferenzmuster

Schöne Interferenzmuster, hier drahtgitterbasiert. Sehr schön auch die scheinbare Pixeligkeit der diagonal zu den Drähten laufenden Geländer.

Die Anlage Den Rest des Beitrags lesen »

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Spiegelung

Der Zug hält irgendwo in der Provinz, einer dieser Kleinstadtbahnhöfe mit einem knappen Dutzend Gleisen, wo Personen- und Güterverkehr munter durcheinandergeht. Von mir aus gesehen rechts steht am übernächsten Gleis ein Zug mit Doppelstockwagen, und in der oberen Fensterreihe spiegelt sich ein Schriftzug. Ich schaue mich um und entdecke denselben Schriftzug auf den Güterwagen, die links über den Bahnsteig auf dem nächsten Gleis stehen. Ok, alles klar.

Aber, Moment mal, die oberste Fensterreihe dieser Doppelstockwagen ist doch geneigt, die Wagen werden oben schmaler. Also müsste etwas, das sich in der oberen Fensterreihe spiegelt, viel höher hängen als ein normaler Güterwagen. Bei Spiegelungen gilt Einfallwinkel gleich Ausfallwinkel, aber in Richtung Ausfallwinkel gibt es da nichts, wo so ein Logo dranhängen könnte. Da ist kein achtstöckiger Bau, nur ein niedriger Lagerschuppen und dann Den Rest des Beitrags lesen »


Grenzen

Seit es Menschen gibt, gibt es Grenzen. Ich meine keine Landesgrenzen, sondern die Grenzen unseres Wissens und unserer Möglichkeiten. Seit es diese Grenzen gibt, arbeitet die Menschheit sich an ihnen ab. Man versucht etwa, dem Sensenmann ein Schnippchen zu schlagen und die Sterblichkeit zu umgehen. Man hat versucht, Gold zu machen, hat vom Fliegen geträumt, hat an Tarnkappen geforscht, den heiligen Gral, den Stein der Weisen, den Eingang zum Paradies gesucht.

Grenzen anzuerkennen und stehenzulassen scheint der Menschheit irgendwie gegen den Strich zu gehen. Viele Elemente der vielfältigen Formen von Jugendkultur dürften zu erheblichen Teilen eine direkte Folge des Ablehnens bzw. des gezielten Überschreitens von (zugegeben: künstlichen) Grenzen verschiedenster Art sein. Genauso die Begeisterung für Sport und natürlich Den Rest des Beitrags lesen »


Scherverzähung

Neulich hat meine Tochter ein Rezept für eine nichtnewtonsche Flüssigkeit angebracht. Wir haben das Zeug dann angerührt (Stärke in Wasser eingerührt) und viel Spaß damit gehabt. Bei richtigem Mischungsverhältnis kann man auf die Oberfläche schlagen und das Zeug wird sofort hart. Es gibt keine Spritzer und nichts.

Dieselbe Pampe kann man aber ausgießen. Langsam, weil wenn man zu schnell gießt, wird es erstmal wieder hart, weil Zug genauso wie Druck die sogenannte Scherverzähung (oder Dilatanz) aktiviert. Das ist ein ausgesprochen verblüffender Effekt.

Jetzt hat mich interessiert, wie das funktioniert, warum das so ist und wieso es überhaupt nichtnewtonsche Flüssigkeit heißt. Also habe ich mich bei Wikipedia ein bisschen schlaugelesen. Dabei Den Rest des Beitrags lesen »


Fahnenstange, weitergedacht

Vor Jahren habe ich xkcd entdeckt, den Webcomic von Randall Munroe, und bin seitdem ein großer Fan. Mit anderen Leuten die Eigenheiten der Figuren oder andere Feinheiten und Raffinessen der einzelnen Comics zu diskutieren hat mich nie gereizt, darum war ich nie auf den dazugehörigen Diskussionsforen. Und auch wenn ich den einen oder anderen (natürlich brillianten!) Kommentar hätte beisteuern können, habe ich eine Kommentarfunktion auch nie wirklich vermisst. Die wäre wohl auch schon deshalb witzlos, weil angesichts der Reichweite von xkcd jeder Beitrag dort vermutlich derart viele Kommentare einfahren würde, dass das kaum jemand alles lesen könnte und viele Kommentare deshalb doch nur eine eher eingeschränkte Leserschaft finden würden.

Seit einiger Zeit beantwortet Randall Munroe auf What if? drängende Fragen seiner Leser (erste urkundliche Erwähnung bei mir bereits im August 2012). Damit ermutigt er, vorhandenes Weltwissen anzuwenden und zu erweitern, nimmt den Lesern die Angst, mit Mathematik, Physik und allem möglichen herumzuspielen und trägt so zur Anhebung der kognitiven Fähigkeiten und des intellektuellen Niveaus seiner Leser bei. (Oder hält die, die sowieso schon fit genug sind, durch gute Unterhaltung im Training.) Großartige Sache, das!

In der aktuellen Folge von What if? geht es um die folgende Frage: Kann man, wenn man von einem hohen Gebäude fällt, aus dessen Fassade irgendwo eine Fahnenstange waagerecht herausragt, im Vorbeiflug diese Fahnenstange ergreifen, an den ausgestreckten Armen darumschwingen und Den Rest des Beitrags lesen »


Würfelerde

Meine Tochter hat mich letztens beim Gute-Nacht-Sagen gefragt, warum die Erde eigentlich rund ist. Weil das die einfachste Form ist, habe ich spontan geantwortet. Obwohl, ist das ein Grund? Wenn nach dem Urknall irgendwelche Materie wild durch das sich rapide ausdehnende Weltall wirbelt und aus welchen Gründen auch immer anfängt, irgendwodrum zu kreisen, ist es wohl schon irgendwie einleuchtend, dass sie sich früher oder später in Klumpen zusammenballt. Die könnten schon grob kugelförmig sein. Scheiben oder eher flache, fladenartige Gebilde wären vielleicht auch denkbar. Oder Ringe. Um das zu beurteilen kann ich allerdings nicht genug Physik.

Bei wissenschaft im dialog steht, dass die annähernde Kugelform deshalb entsteht, weil dann alle Punkte an der Oberfläche ungefähr gleichweit vom Mittelpunkt entfernt sind, was sie wegen der auf alle gleich wirkenden Schwerkraft des Klumpens „wollen“. Da hätte ich auch selbst drauf kommen können, bin ich aber nicht.

Was wäre denn, haben wir dann laut weitergedacht, wenn die Erde würfelförmig wäre? Das wäre vielleicht eine Frage für what if? von xkcd. Nur mal angenommen, Den Rest des Beitrags lesen »