Kein Sardellenschlecken

Beim Kollegen nömix wird gerade über das Leben diskutiert, also wie oder was das Leben ist, sein könnte, sein sollte oder eben nicht. Es sind u.a. die Stichwörter Ponyhof und Schachtel Pralinen gefallen. Und Ritter Sport. Und Sardellenschlecken. (Danke, knoedelmoedel, für die großartige Inspiration zur Überschrift dieses Artikels!).

Um diese bedeutsame Frage einer Klärung wenigstens ein bisschen näherzubringen habe ich die seinerzeit beim lexikographieblog abgekupferte Idee nochmal aufgewärmt und die deutschsprachige Fachwelt für Leben und Befindlichkeit einschlägig befragt. Den Experten zufolge ist das Leben mit großem Abstand vor allem schön und, deutlich abgeschlagen, zu kurz und unfair/nicht fair.

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Ein seltsamer Ort

Inspiriert von das leben ist… auf dem lexikographieblog habe ich vor Jahren nachgeschaut, was deutschsprachige Liederschreiber so über die Welt zu sagen haben. Ich habe damals auf Google nachgeschaut und das ganze, weil da so viel kam, gleich erstmal auf Eis gelegt – ich bin ja nicht zum Arbeiten hier. Nun schlingert die Welt immer noch so wild durch die Zeit, dass manchen davon ganz schwummrig wird, und da wäre es vielleicht ganz nett, wenn man das Ding wenigstens poetisch ein bisschen festklopfen könnte. Also habe ich mich nochmal drangemacht und ein paar Erwähnungen der Welt in der zeitgenössischen deutschsprachigen Musik zusammengetragen.

Aus Bequemlichkeit habe ich mich bei der Suche auf songtexte.com beschränkt (Google-Suche nach „die welt ist“ site:songtexte.com/songtext). Wer wissen will, ob andere Seiten wie lyrics.com o.ä. mehr zu bieten haben, muss das selbst nachrecherchieren. Außerdem habe ich nach den ersten 31 Trefferseiten abgebrochen, da fing nämlich alles an, sich zu wiederholen, und es wurde auch ein bisschen langweilig.

Die gesammelten Aussagen über die Welt tauchen hier in der Reihenfolge ihres ersten Erscheinens in der Trefferliste im Format Attribut [Band/Interpret] auf. Wenn mehrere Autoren dieselbe Beschreibung bringen, liste ich die Namen der Reihe nach hinter dem betreffenden Stichwort auf. Doppelnennungen desselben Liedes habe ich ausgelassen, außer bei Coverversionen.

Wie zu erwarten war gibt es viele, viele widersprüchliche Aussagen. Die Welt wird beschrieben als gut und (wunder)schön, andererseits als schlecht. Als bunt und als grau. Voll Licht und dunkel, groß und klein, ein Zuhause und nicht gemacht für uns. Voll Güte, aber hart, gemein und ungerecht. Komplex und kompliziert und so einfach, du glaubst es nicht. Nicht verloren, aber fertig und gefickt.

Einigkeit scheint nur bezüglich der Form und des Ortes zu bestehen – ich finde nichts, das gegen rund und hier spricht (außer hier, aber das ist kein Lied). Immerhin. Den Rest des Beitrags lesen »


„Musik“

Das Radio läuft. Ich wohne in einem Haushalt mit Leuten, die das Ding gern laufen haben. Ist auch ok. Meistens. Wir haben Internetradio, da ist man nicht an die paar lokal empfangbaren Sender gebunden, und wenn der gerade laufende Sender mal ins Unangenehme abdriftet, können wir fast immer was Konsensfähiges finden. Also was, mit dem wir alle in dem Moment einigermaßen leben können.

Diesen Text habe ich schon seit einiger Zeit herumliegen, murkse immer mal dran rum, bin nicht zufrieden und lege ihn wieder weg. Jetzt hat Kollege Lars Dithmarschen was über „Witzige“ Werbetexter im röhrenden Radio geschrieben, und da dachte ich dass das jetzt vielleicht eine gute Gelegenheit ist, das Machwerk hier mal rauszuhauen.

Das Radio läuft also, und ich habe das Gefühl, seit einer Viertelstunde dieselbe 2-Takt-Schleife zu hören. Irgendein Hirni wiederholt mit gequetschter Stimme dieselbe kurze Phrase eins ums andere Mal, bis es mir eine Spur ins Hirn fräst. Den Rest des Beitrags lesen »