Homöopathischer Modellbau

Samuel Hahnemann hat es ja nun geschafft. Seine Lehre von der Homöopathie ist, wenn schon nicht in der wissenschaftlichen Medizin, dann doch immerhin in der Gesellschaft angekommen. Sehr viele Leute glauben an die Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen, viele Hausärzte in Deutschland verschreiben zumindest gelegentlich Homöopathika. In Traunstein soll jetzt eine Privatuniversität für Homöopathie eröffnet werden (mehr dazu bei den Ausrufern), die meisten Krankenkassen bezahlen mittlerweile homöopathische Behandlungen, und die Hersteller homöopathischer Präparate haben ein krisenfestes Auskommen.

Dass es keinerlei Vorstellungen von einem Wirkungsmechanismus gibt, ist offensichtlich egal. Dass es bis heute nicht recht gelingen will, in methodisch einwandfreien Studien eine über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirkung homöopathischer Präparate nachzuweisen, scheint auch nicht weiter zu interessieren. Wer heilt hat recht, heißt es. Und so mancher homöopathisch Behandelte ist ja auch tatsächlich wieder gesund geworden. Also muss es an dem verdünnten Wasser oder den damit beträufelten Zuckerkügelchen gelegen haben.

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Schlechte Laune C30

Homöopathie ist großartig. Echt! Man verdünnt ein bisschen Kräutersud bis weit jenseits der Nachweisgrenze, und schon hat man ein potentes Medikament. Je weniger Wirkstoff, desto stärker die Medizin, und man kann auf diese Art prinzipiell gegen jedes Leiden ein Mittel brauen.

Das allein ist schon klasse. Aber die Homöopathie bleibt nicht im Gestern stehen, sie geht mit der Zeit und findet auch Lösungen für Probleme, die zu Hahnemanns Zeiten noch gar nicht abzusehen waren, beispielsweise Elektrosmog. Die Süddeutsche schreibt über das Geschäft mit der Angst vor Elektrosmog. Da wird ein homöopathisches Mittel gegen Elektrosmog erwähnt.

Zur Herstellung beschießt man Wasser mit für Elektrosmog typischen elektromagnetischen Strahlen. Dann wird es à la Hahnemann potenziert, d.h. verdünnt, geschüttelt, wieder verdünnt, wieder geschüttelt usw. Anschließend wird das so gewonnene verdünnte Wasser auf Zuckerkügelchen getropft und verkauft. Das soll dann vor den Folgen von Elektrosmog schützen.

Die Idee finde ich genial. Ich ärgere mich richtiggehend, dass sie nicht mir gekommen ist. Dafür spinne ich sie einfach mal weiter: Den Rest des Beitrags lesen »