Pragmatisch

Ich laufe einen dieser schmalen Fußwege entlang, die manchmal zwischen zwei bebauten Grundstücken hindurchführen. Zwei, vielleicht zweieinhalb Meter breit, zu beiden Seiten Gartenzäune und Hecken.

Von hinten ruft es: Tüt-tüt, können wir mal vorbei!

Ich trete an die Seite und ein Rudel Kinder stiebt vorbei. Fünf Kinder, wohl zwischen vier und sieben, auf drei Fahrräder verteilt. Die älteste ruft mir im Vorbeifahren erklärend zu: Weil wir nämlich keine Klingeln haben!

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Kannste so machen…

… dann ist es halt Kacke.

Meine Frau hat mir eine Postkarte geschenkt, auf der dieser Spruch steht. Aus gutem Grund, es passt nämlich ganz gut. Ich habe bei ganz vielen Sachen ziemlich detaillierte Vorstellungen davon, wie es gehört und vor allem wie es nicht gehört. Wenn ich mich Dingen ausgesetzt finde, die aus meiner Sicht nicht so gehören, leide ich bzw. kriege ich schlechte Laune.

Das ist dann kein Theater von mir, keine komische Übertreibung, sondern völlig echt. Es gibt „falschgemachte“ Dinge, die ich – ohne mich unnötig kaprizieren zu wollen – einfach nicht gut abkann. Brauchen ohne zu zum Beispiel, oder lauwarmen Tee, Falten in den Socken, dämlich-aufdringliche Werbung oder Hefeteig mit Zitronenschalenaroma. An guten Tagen stecke ich das noch ganz gut weg, aber wenn ich müde, im Stress oder sonst irgendwie nicht auf der Höhe bin, macht mich das fertig.

Anderes könnte mir egal sein, ärgert mich dann aber trotzdem, wenn es nicht richtig gemacht wird. Wenn nämlich jemand offensichtlich ein bestimmtes Ergebnis erzielen will, das ganze aber falsch anpackt und es (jedenfalls mir) von vornherein klar ist, dass sich das gewünschte Ergebnis nicht einstellen wird. Wenn jemand z.B. einen riesigen Einkauf in einem winzigen Kofferraum unterbringen will und durch undurchdachtes Packen jede Menge Platz verschenkt. Da bleibt dann jede Menge Zeug übrig, man muss Den Rest des Beitrags lesen »


Kopfstand

Unterwegs gesehen:

kopfstand

Hoffentlich arbeiten die in der Werkstatt gewissenhafter als in der Außendarstellung.

Allerdings gibt es dort keine Grillhähnchen mehr. Vielleicht Den Rest des Beitrags lesen »


Bei rot

Innenstadt, große Kreuzung mit Straßenbahnhaltestelle direkt nebendran. Ich stehe mit einer handvoll Leute an der roten Fußgängerampel. Gegenüber zwei ungefähr neun- oder zehnjährige Mädchen und zwei Erwachsene, die nicht dazugehören. Alle warten brav, obwohl kein Auto kommt. Die eine Frau gegenüber ist allerdings sichtlich nervös. Als eine Straßenbahn einfährt, wird sie noch zappeliger und geht dann – immer noch bei rot, die Ampel bleibt grundsätzlich rot, wenn eine Straßenbahn da ist und springt meist genau dann um, wenn die Bahn anfährt und man sie garantiert nicht mehr erwischt – hastig über die Straße in Richtung Haltestelle.

Die beiden Mädchen sehen das, und man sieht ihnen die Gedanken an. Das dürfte die aber nicht. Immer noch rot, immer noch kein Auto. Hm, sollen wir auch? Der Mann gegenüber geht jetzt auch los. Die Mädchen kämpfen mit sich. Eigentlich könnten wir ja wirklich… Wären sie pubertierende Jungs auf Mopeds, würden sie wohl Den Rest des Beitrags lesen »