Scheibchenweise

Salamitaktische Angriffe auf Grundrechte haben in Deutschland mittlerweile eine gewisse Tradition. Der Trend geht in Richtung mehr Überwachung, will mir scheinen. Man versucht letztlich, unsere Freiheit zu schützen, indem man diese Freiheit zugunsten verschiedenster Sicherheitsmaßnahmen einschränkt und beschneidet, Scheibchen für Scheibchen. Wie nicht anders zu erwarten war, wetzen sie in Berlin schon wieder die Messer, die Salami liegt auf dem Schneidbrett.

Fangen wir an mit einer schönen dicken Scheibe: In der Bundesregierung denkt man laut über den großflächigen einsatz von Staatstrojanern zwecks Online-Durchsuchungen nach, sicher beflügelt von den bisher errungenen großartigen Erfolgen mit solchen Dingern. Gelegentlich vorgebrachte verfassungsrechtliche Bedenken hat man mittlerweile sicher gründlich ausräumen können, ebenso wie technische Schwierigkeiten.

Weiter geht es mit der Vorratsdatenspeicherung. Die CDU will seit ihrem letzten Parteitag im Dezember die im Rahmen der Vorratsdatenspeicherung gesammelten Daten auch dem Verfassungsschutz zugänglich machen. Der Parteivorstand hat das jetzt nochmal ausdrücklich bekräftigt, nur Justizminister Heiko Maas (SPD) sperrt sich. Noch.

Das wäre der Einstieg in die Aufweichung der im Grundgesetz festgeschriebenen Trennung zwischen Nachrichtendiensten und Polizei, und das darf nicht sein. Wir brauchen keine neue Gestapo, auch keine Gestapo light, und wir dürfen auch Den Rest des Beitrags lesen »


Jalousien

Über das Problem mit der Sonne hatte ich ja schonmal geschrieben. Wenn die Sonne ins Büro scheint, sieht man am Bildschirm oft fast nichts mehr und kann ohne Fensterverdunkelung praktisch nicht mehr arbeiten. Das ist besonders im Winter doof, denn wenn die Sonne schonmal scheint, muss man sie aussperren, und bei Feierabend ist die Sonne lange untergegangen.

Datenbrillen waren ein paar Jahre lang der große Renner. Visionäre und Fortschrittsbegeisterte konnten sich lange kaum einkriegen, so viel Potenzial sahen sie in dem Konzept. Datenschützern ging es ähnlich, sie konnten nicht genug warnen vor den Risiken und Nebenwirkungen – immerhin ergänzen Datenbrillen die ohnehin schon omnipräsenten Ortungs-, Abhör und Überwachungswanzen (auch bekannt als Smartphone) um Augen. Privatsphäre adée, hieß es nicht ganz zu unrecht. Nun scheint der Hype um die Datenbrille weitgehend abgeflaut, das Thema ist weitgehend aus der Öffentlichkeit verschwunden, alles ist gut.

Bleibt mein Problem mit der Sonne im Fenster. Meine Lösung mit elektrochromen Fensterscheiben hat sich nicht durchgesetzt, wäre wahrscheinlich zu teuer und zu aufwändig. Aber jetzt habe ich eine andere, wesentlich zukunftsweisendere Idee. Die Medizin- und Prothesentechnik hat in den letzten Jahren gewaltige Fortschritte gemacht. Allein die jetzt bezahlbar zur Verfügung stehende Rechenleistung auf kleinstem Raum eröffnet Möglichkeiten, die noch vor 20 Jahren kaum denkbar gewesen wären.

Wer kaputte Ohren aber einen noch intakten Hörnerv hat, kann u.U. Den Rest des Beitrags lesen »


Hosentaschentelefonate

Irgendwo habe ich gelesen, dass sogenannte Hosentaschenanrufe bei Rettungsleitstellen gelegentlich zum Problem werden. Je nachdem, wie die Telefone konfiguriert sind, kann es wohl, wenn sie in Hosen-, Jacken- oder Handtaschen oder Rucksäcken stecken, dazu kommen, dass Tasten (oder Displays) gedrückt werden und so SOS-Anrufe zustandekommen.

Der Besitzer merkt das in der Regel nicht, er hat ja sein Telefon gar nicht in der Hand. Die Leitstellen haben dann gelegentlich Probleme, festzustellen, ob ein Notfall oder ein Hosentaschenanruf vorliegt, und im letzteren Fall Schwierigkeiten, den Anruf wieder aus der Leitung zu kriegen.

Dabei könnte man Den Rest des Beitrags lesen »


Mitgehört

Erstaunlich viele Leute telefonieren völlig ungeniert auf der Straße, in der Kneipe, im Bus usw. und stören sich ganz offensichtlich nicht daran, dass alle Welt mithören kann, was sie da so reden. Gut, das ist ähnlich wie bei Unterhaltungen, die man in der Öffentlichkeit führt, da können Unbeteiligte sogar beide Seiten des Gesprächs hören. Normalerweise wird niemand gezielt mithören, und meistens dürfte es auch nicht um allzu Vertrauliches gehen. Aber die Gewohnheit, auch Privates in der Öffentlichkeit auszubreiten, scheint schon um sich zu greifen. Als Pendler könnte ich ganze Bücher vollschreiben mit dem, was unterwegs in meiner Hörweite so an privaten Details in Telefone gesprochen wird. Krankheiten, Arztbesuche, Beziehungsangelegenheiten, Politisches. das ganze Spektrum.

Nicht immer handelt es sich dabei um eher banale Alltagsgespräche. Natürlich werden per Handy auch wirklich vertrauliche Gespräche geführt. Ich erlebe es immer wieder, dass Leute ganz für sich und vermeintlich abgeschirmt im Auto Den Rest des Beitrags lesen »