iDingens

Es wird immer wieder über das sogenannte Internet der Dinge geschrieben. Machbarkeitsbegeisterte träumen es wegen seines grandiosen Potenzials seit Jahren mit glühenden Herzen herbei. Mit der schrittweisen Einführung des neuen IPv6 ist es nun endlich soweit. Es steht ein auf absehbare Zeit unerschöpflicher Namensraum zur Verfügung, in dem alles und jedes seine eigene IP-Adresse haben und prinzipiell über ein Internet ansprechbar sein kann. Damit ist endlich der Weg für die internetfähige elektronische Büroklammer frei, auf die wir schon so lange gewartet haben.

Visionäre aller Art schwärmen gern und ausgiebig von den großartigen Möglichkeiten, die das Internet der Dinge bietet. Kühlschränke, die die Mindesthaltbarkeitsdaten der Lebensmittel verfolgen und alles, was verdorben oder aufgebraucht ist, selbsttätig (selbstverständlich wahlweise beim ökologischsten, nächsten oder billigsten Anbieter) nachbestellen. Mittels komplexer Berechtigungskonzepte und dazu passender, mit Mobilgeräten arbeitender Zugangslösungen könnte das Zeug dann direkt in meinen Kühlschrank geliefert werden, ohne dass ich als Hausherr überhaupt anwesend sein muss. Fenster, Heizungen, Lüftungen, Jalousien, die sich fernsteuern lassen oder nach ausgeklügelten Programmen selbst regeln. Kleidungsstücke, die Den Rest des Beitrags lesen »

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Browserblockwarte (2)

Neulich hatte ich über den fast schon missionarischen Eifer mancher Blogger oder Webseitenbetreiber geschimpft, die ihre Besucher zu ihrem Lieblingsbrowser bekehren oder ihnen wenigstens den bösen Internet Explorer von Microsoft abgewöhnen wollen. Es geht aber noch besser.

WordPress fordert mich jetzt in den Benachrichtigungen auf, doch bitte meinen Browser zu aktualisieren, wenn ich die Benachrichtigungen weiterhin erhalten möchte. Mein Browser werde bald nicht mehr unterstützt:

Der Link in der Benachrichtigung führt hierher. Das ist ziemlich witzig – Den Rest des Beitrags lesen »


Browserblockwarte

Manche Webseiten sprechen den Besucher auf seinen Browser an. Man benutze den Internet Explorer von Microsoft, heißt es dann. Dabei sei der gar nicht so gut, Microsoft missachte alle möglichen Standards, während andere Browser so viel besser seien, und man möge doch bitte zu einem anständigen Browser wechseln. Dann könne man die betreffende Seite auch viel besser genießen. Jetzt ist mir so etwas nach längerer Pause mal wieder begegnet:

(hier gefunden)

Das war immerhin halbwegs dezent in den normalen Text für Neuankömmlinge eingearbeitet. Es geht aber auch aufdringlicher: Den Rest des Beitrags lesen »


Generationen

Irgendwie wird ständig von Generationen geredet. Sobald mehr als drei Leute sich in einer ähnlichen Situation wiederfinden, eine vergleichbare Meinung vertreten, für etwas bestimmtes eintreten oder dagegen protestieren, wird das gleich irgendwo als Generation [was auch immer] verwurstet. Natürlich bin ich nicht der Erste, dem das auffällt. Andere haben sich schon darüber ausgelassen. Ruth Schneeberger beispielsweise erwähnt hier u.a. die Generationen Daumen, Doof und Porno. Aber es gibt da noch mehr. Ein kurzer Streifzug ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Rein nach Geburtsjahr müsste ich wohl Den Rest des Beitrags lesen »


Kurz gefasst

Vor ein paar Jahren hat David Friedman auf Ironic Sans einen speziellen Thesaurus vorgestellt: Thrs liefert zu jeder Eingabe nur diejenigen Synonyme, die kürzer sind als das Suchwort. Das ist – so Friedman – für Twitterer interessant, die sich ja wegen der Beschränkung auf 140 Zeichen pro Tweet immer möglichst kurz fassen müssen.

Ich selbst stehe Twitter mit einer gewissen Verständnislosigkeit gegenüber und sehe bisher nicht, wie ich den Dienst sinnvoll nutzen kann, oder warum ich das wollen sollte. Nun habe ich mir zwar für gnadlib auch einen Twitter-Account angelegt, aber eigentlich nur, weil WordPress die automatische Vertwitterung von Blogbeiträgen anbietet und ich dachte, dass ich das mal ausprobieren sollte. Gibt mir aber immer noch nichts – ich bin praktisch nie auf Twitter und folge dort auch niemandem. Es ist mir nämlich zu doof, ständig von allen möglichen Leuten mehr oder minder banale Tweets reinzukriegen, die mich ja doch nur von irgendwas Wichtigem ablenken – unsereins rettet mehrmals am Tag die Welt und muss sich da voll drauf konzentrieren. Etwaige Nachrichten vom Weltgeschehen muss ich auch nicht unbedingt sekundenaktuell haben. Das hat fast immer Zeit, bis die Nachrichtenportale sich zu Wort melden oder es am nächsten Morgen in der Zeitung steht. Und als Feedreader ist Twitter sicher auch eigentlich nicht gedacht; was auf den Blogs passiert, die ich so lese, verfolge ich ohnehin, ähm, sagen wir, manuell. Den Rest des Beitrags lesen »


Höhenflug und Absturz bei Google

Im Dezember hatte Geoffrey K. Pullum in einem Beitrag auf dem Language Log dafür geworben, das Wort „Assholocracy“ möglichst häufig zu verwenden. Er wollte damit erreichen, dass das Wort möglichst viele Google-Treffer erreicht und so Chancen hätte, von der American Dialect Society im Januar zum Word of the Year gewählt zu werden. Das hat – wie wohl zu erwarten war – leider nicht geklappt, aber immerhin hat es zum most outrageous word gereicht.

Seit Mitte Dezember habe ich die Entwicklung der Google-Treffer für das Suchwort Assholocracy hier ein wenig verfolgt. Zunächst stieg die Trefferzahl sehr schnell, am 20. Dezember war sie schon bei 41.500. Dann kam der Absturz Den Rest des Beitrags lesen »


Großer Sieg für die Demokratur

Am Sonntag war in Russland Wahl. Wie erwartet hat Wladimir Putin sich mit großer Mehrheit wieder zum Präsidenten wählen lassen. Die Russische Föderation hat also ihren Präsidenten wieder, und die westlichen Regierungschefs gratulieren dem lupenreinen Demokraten artig zur Wiederwahl oder wünschen ihm wenigstens Erfolg. Russland ist immerhin ein wichtiger Verbündeter und strategischer Partner. Da schaut man lieber nicht so genau hin, um Irritationen zu vermeiden. Das hat sich schon im Umgang mit China, Saudi-Arabien, Mubaraks Ägypten, Gaddafis Libyen und anderen Ländern bewährt. Die sind alle recht empfindlich, wenn es um Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte geht. Immerhin lässt Angela Merkel ihren Regierungssprecher ein paar vorsichtige Worte in Richtung von “freie und faire Wahlen wären aber auch ganz schön gewesen, da müsste man noch dran arbeiten” äußern.

So ganz sauber waren die Wahlen in Russland wohl wirklich nicht. Russische und ausländische Beobachter der Wahl Den Rest des Beitrags lesen »


Bleischwer

Kleine Kinder stellen ihre Gläser erfahrungsgemäß fast immer zu nahe an den Rand des Esstisches und meistens auch in den Schwenkbereich der Ellenbogen. Das führt immer wieder zu Unglücken, die eigentlich vermeidbar sind: Gläser werden umgestoßen (natürlich vorzugsweise volle), fluten den Esstisch und verderben Essen (wer mag schon Kartoffelbrei mit Apfelsaft oder Salat mit Milch). Oder sie werden vom Tisch gefegt und zerschellen am Boden. Es ist erstaunlich, wieviel Aufwand es kosten kann, alle Scherben und klebrigen Stellen zu entfernen, vor allem, wenn ein aufgeregtes, wütendes, weinendes oder erschrockenes Kind auf dem Stuhl herumflattert und entweder sofort getröstet werden muss oder unbedingt mithelfen will (aber natürlich wieder keine Hausschuhe anhat). Esstische mit kleinen Kindern sind Murphys Spielplatz und Finagles Paradies.

In diesem Zusammenhang ist mir eine zusätzliche Verwendungsmöglichkeit für meine Magnetschwebetechnik am Esstisch eingefallen: Durch einfaches Den Rest des Beitrags lesen »


Shippen

Die Welt ändert sich ständig, die Sprache auch. Viele Dinge heißen heute anders als früher. Bestellte Waren werden beispielsweise nicht mehr versandt und ausgeliefert, sondern geshipped und delivered. Daraus ergibt sich – Sprachnörgler aufgepasst, ich liefere Euch jetzt ein superbes Argument gegen die Verwässerung und Verderbung der Sprache Goethens durch den Anglizismenwahn – eine wunderschöne Möglichkeit, Sachen misszuverstehen.

Da wäre beispielsweise Den Rest des Beitrags lesen »


Shoppen

Das Wort shoppen macht mir schlechte Laune. Warum das so ist, kann ich aus dem Stand gar nicht genau sagen. Weil es ein Anglizismus ist? Nein, ich benutze selbst viele Anglizismen, oft genug auch an Stellen, wo es ein passendes deutsches Wort gibt. Ist das Wort unnötig? Auch nicht. Shoppen ist nicht dasselbe wie Kaufen oder Einkaufen. Ich kaufe ein Buch, ein Paar Schuhe, einen Computer, aber ich shoppe diese Dinge nicht. Und wenn ich Milch, Brot, Butter und Klopapier brauche, gehe ich einkaufen, nicht shoppen.

In Buchläden oder Antiquariaten zu stöbern würde ich auch nicht als Shoppen bezeichnen. Einkaufsbummel käme dem noch am nächsten, trifft es aber auch nicht wirklich. Einkaufsbummel ist gemütlich, wenn man sowas mag, und ein ganz bisschen altmodisch. Die Betonung liegt da eher auf dem Bummel als auf dem Einkauf, der Einkaufsbummel ist wohl näher am Schaufensterbummel als am Shopping. Shoppen ist Den Rest des Beitrags lesen »