Einverleibungen

Es gibt im Deutschen ja eine beständig wachsende Menge Anglizismen, was öffentlich zu beklagen sich manche berufen sehen, wofür sie dann wiederum von anderen öffentlich kritisiert werden.

Anglizismen sind  also allgegenwertig in der heutigen deutschen Sprache, und Anglizismen zu erfinden muss ein beliebtes Hobby sein. In der Werbung wird sowas geradezu zwanghaft gemacht, und in Managementkreisen wird auch häufig ein bisweilen schwerverdauliches Denglisch gesprochen. Schwer zu verstehen, wenn man entweder mit der Denkweise oder dem Fachgebiet der jeweiligen Wortimporteure nicht vertraut ist und darum nicht ohne weiteres erschließen kann, was die ausdrücken wollten, oder weil man die importierten englischen Wörter gar nicht erst kennt.

Und einfach nachschlagen kann man so etwas auch nicht so ohne weiteres, weil erstens das Englische ein paar Laute hat, die im Deutschen nicht vorkommen, zweitens der Zusammenhang zwischen Schreibweise und Aussprache im Englischen recht unübersichtlich ist, und weil drittens so mancher Denglischsprecher seine Importware in der Aussprache derart vermurkst, dass vom Klang nicht immer ganz einfach auf die Schreibweise geschlossen werden kann.

Dabei haben wir noch gar nicht davon angefangen, dass manchen Wörtern beim Import die Bedeutung ziemlich verdreht wird oder englisch klingende Wörter gelegentlich gleich ganz erfunden werden (das berühmte urdenglische Handy lässt grüßen). Bis die im Duden auftauchen, gibt es nichts, wo man die nachschlagen könnte. Obwohl, im Internet Den Rest des Beitrags lesen »


Zirkelbezug

Pharmama berichtet von einem reichlich schrägen Kundengespräch über Zahnfleischprobleme und deren mögliche Ursachen. (Herrschaftszeiten, Leute gibt’s!) Gegen Ende des Artikels fällt der Begriff Dental Dam. Die nachgeschobene Erklärung („diese Latextüchlein auch Lecktüchlein genannt“) erklärt zwar das Prinzip, aber ich wollte wissen, wie sowas aussieht. Also habe ich Dental Dam gegooglet und bin zunächst bei der englischen Wikipedia gelandet. Dort steht:

A dental dam or rubber dam (sometimes termed „Kofferdam“—from German), is […]

Witzig, ein Fachbegriff, der aus dem Deutschen stammt. Vor 100 Jahren mag das häufiger vorgekommen sein, aber heutzutage Den Rest des Beitrags lesen »


Knackig?

Fundstück vom Markt: Ein Fischhändler preist auf seinem Wagen u.a. Knackige Fischbrötchen an. Das kollokiert nicht. (Kollokiert nicht ist Übersetzerlatein für passt nicht zusammengehört da nicht hin, falsches Wort an der Stelle.)

Weder Brötchen noch Fisch sind nach meinem Empfinden knackig und sollten das auch normalerweise nicht sein, außer das Wort hat in der Gegend, wo der Mann herkommt, eine andere Bedeutung.

(Duden bietet als synonym knusprig an, das passt für mein Empfinden nicht recht. Ein frisches Brötchen ist knusprig, aber sicher nicht knackig, und Fisch ist weder noch. Ein anderer Vorschlag von Duden, frisch, passt schon eher, hat aber mit knackig nur zu tun, dass knackig auch frisch sein kann, frisch aber nicht unbedingt knackig sein muss. Eine andere von Duden angebotene Bedeutung, wohlgeformt, jugendlich frisch und dadurch anziehend und erotisierend, bringt uns in abwegiges Gelände, das passt auch nicht. Von daher Den Rest des Beitrags lesen »


Sprachebenen

Meine Jüngste gestern, nachdenklich: Eigentlich gibt es immer ein eher kinderiges Wort und ein eher so Erwachsenenwort, zum Beispiel Den Rest des Beitrags lesen »