Zufallsfunde

Kindermund tut Wahrheit kund, heißt es im Volksmund. Stimmt ja oft auch. Klassisches Beispiel ist der Witz, wo ein kleiner Junge sich mit Spielzeuggewehr vor dem Gästezimmer aufbaut, in dem gerade die besuchende Großtante übernachtet. Auf ihre Frage, was das solle, antwortet er unschuldig: Der Papa habe gesagt, die Großtante könne ihm gestohlen werden, und um das zu verhindern halte er eben Wache.

Oder auch der andere Klassiker: Der Kaiser hat ja gar nichts an! Aber Kinder haben nicht nur einen (oftmals) klaren, (meistens) noch nicht durch Lebenserfahrung, soziale Konditionierung und klischeeüberfrachtete Kinofilme verkorksten Blick auf die Welt und können darum Dinge durchschauen, denen Erwachsene oft auf den Leim gehen. (Dass Kinder dadurch auf viele Arten leichter aufs Glatteis zu führen sind als Erwachsene ist eine andere Sache, die lasse ich hier mal beiseite). Sie machen oft auch ganz nebenbei erstaunliche Entdeckungen.

Man nehme nur den Computer. Einen ganz ordinären Windows-PC, mit dem man hauptsächlich Texte schreibt, ein paar Fotos bearbeitet, spielt oder sich im Internet herumtreibt. Als Schreibtischarbeiter Den Rest des Beitrags lesen »

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Vom typographischen Fliegendreck

Der vor allem von seinen Gegnern Deppenapostroph genannte freie Apostroph ist nun schon lange nichts Neues mehr im deutschsprachigen Raum, er ist im öffentlichen Raum allgegenwärtig. Meistens findet man ihn in der Nachbarschaft des Buchstaben s. Laut Duden darf er zur Kennzeichnung der Grundform vor dem Genitiv-s und der Adjektivendung -sch gesetzt werden und gilt damit zumindest in diesen Fällen offiziell nicht mehr als falsch. Natürlich schmeckt das bei weitem nicht jedem. Alle möglichen Leute wüten nicht erst seit gestern gegen die wilde Apostrophensetzerei, und es gibt anscheinend eine ganze Deppenapostrophhasserszene.

Ich finde es zwar bedauerlich, dass so viele Leute es aus welchen Gründen auch immer nicht schaffen, den Apostroph korrekt zu verwenden und offensichtlich auch andere elementare Rechtschreibregeln, etwa zur Getrennt- und Zusammenschreibung, nicht beherrschen. Das treibt bisweilen arg merkwürdige Blüten, macht das Lesen anstrengender und nervt deshalb schon manchmal. Aber so richtig schlimm Den Rest des Beitrags lesen »