Grüne Energie

Zweig mit grünen Blättern, der zwischen dem Korpus und dem aufgesetzten Deckel eines Verteilerkastens am Straßenrand wächst.

Steht ein Verteilerkasten am Straßenrand. So wie der aussieht, ist er wohl noch in Betrieb (näheres zu der Art Kasten findet man hier). Umso erstaunlicher finde ich es, dass da ein Strauch drin wächst.

Keine Ahnung, was für eine Pflanze das ist (bin auch zu faul zum Suchen). Keine Ahnung, wo das Ding genau wurzelt oder wo es da Wasser und Nährstoffe herkriegt – ich habe um den Rand des Kastens keine Stelle gesehen, wo ein Gewächs von außen in den Kasten abzweigt. An einer Stelle Den Rest des Beitrags lesen »


Klangwelt

Vor einer Weile habe ich irgendwo ein Feuerzeug gesehen, das nicht mit Gas oder Benzin funktioniert, sondern einen Lichtbogen erzeugt, mit dem man dann Kerzen u.ä. anzünden kann. Fand ich cool, habe ich natürlich sofort gekauft.

Der Akku in dem Stromdings ist umwelttechnisch sicher nicht so toll (obwohl da möglicherweise Abhilfe in Aussicht ist), aber ab einer bestimmten Nutzungsdauer müsste meine Zündkerze besser dastehen als die lange Reihe angeblich wiederaufladbarer Gasfeuerzeuge, die grundsätzlich dann kaputtgehen, wenn man sie gerade aufgefüllt hat.

Egal, jetzt hatte ich dieses coole Space-Age-Dingens und zünde damit zuhause die erste Kerze an. Der Lichtbogen ist nicht lautlos – ich höre ein dezentes, leicht raspeliges Rauschen, ähnlich wie eine Wunderkerze, nur mit technischerer Anmutung. Beide Kinder kommen praktisch unisono mit dem Aufschrei: Den Rest des Beitrags lesen »


Schreckhaft

Vor dem Parkplatz eines großen Gebrauchtwagenhändlers steht ein Autotransporter. Der Fahrer ist mit Beladen fertig und klappt die Auffahrrampe ein. Die Erschütterung löst die Alarmanlage des zuletzt geladenen Pkw aus.

Der Fahrer schließt das Auto auf, schaltet den Alarm aus, schließt wieder ab, setzt sich in die Zugmaschine und fährt los. Nach etwa 100 m muss er an einer Kreuzung halten und Den Rest des Beitrags lesen »


Zweitakter

Wenn ich was nicht abkann, sind das Laubbläser. Und Mopeds. Überhaupt Zweitaktmotoren – meistens laute, stinkende Nervensägen. Aber vor allem Mopeds und Laubbläser.

Wo wir von Zweitaktern sprechen, Rasenmäher gehen ja noch, wenn sie nicht zu nahe sind. Die machen zwar auch Lärm, aber die klingen oft eher sonor und laufen meistens ziemlich monoton, bis das aktuelle Stück Rasen gemäht ist. Das Geräusch kann ich deshalb meistens ganz gut ausblenden. Gelegentliche Drehzahländerungen an Bodenwellen oder besonders hartnäckig bewachsenen Stellen sind verschmerzbar, ebenso die regelmäßigen Pausen zum Ausleeren der Grasschnittauffangvorrichtung. Insgesamt kann das Geräusch einen ähnlich entspannend-einschläfernden Effekt haben wie ferne Flugzeugmotoren am wolkenlosen Sommerhimmel im Freibad. (Obwohl, weniger Rasen und mehr Blumenwiese ist sowieso besser. Die muss man auch nur ein- oder zweimal im Jahr mähen, und dafür ist die klassische Sense ohne Motor oder Internet das bessere Werkzeug.)

Mopeds sind da andere Kost, da ist schon das dünne, nervöse Geräusch des laufenden Motors für sich nervtötend, und wenn die Leute dann zwiebacksägend die Straßen rauf- und runterkacheln, bei jeder Gelegenheit das Gas bis zum Anschlag aufreißen, um sich an der enormen Beschleunigung zu berauschen überhaupt irgendwie vom Fleck zu kommen, und dann an jedem Gullydeckel wieder bremsen müssen, um nicht abgeworfen zu werden, ist das für mich ein Gipfel an Nervigkeit (Fahrradfahren ist sowieso in jeder Hinsicht besser).

In nervensägemäßig ähnlicher Preisklasse Den Rest des Beitrags lesen »


Die Lösung

Seit vielen Jahren treiben viele Industrieländer auf den Verkehrsinfarkt zu. Deutschland ist da als dicht besiedeltes Transitland ganz vorn mit dabei. Die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge steigt ständig, und die Folgen sind nicht so schön: Dreck und Lärm auf dauernd staugeplagten Autobahnen und in immer verstopfteren Städten. Mittlerweile ist immer überall alles vollgeparkt. Bürgersteige, Radwege und Einfahrten werden gewohnheitsmäßig als Kurzparkplätze zweckentfremdet. Der vorgeschriebene 5-m-Abstand zu Kreuzungen wird zumindest in Wohngebieten auch immer häufiger ignoriert, Parken in zweiter Reihe ist mancherorts auch praktisch üblich.

Immer mehr Kraftfahrzeuge benötigen immer mehr Platz. In der Folge asphaltieren wir immer mehr Land zu und stellen Autos drauf ab, die im Schnitt 23 Stunden pro Tag ungenutzt herumstehen und die übrige Stunde Den Rest des Beitrags lesen »


Lautsprecher

Mit unserem hochmodernen PA-System Den Rest des Beitrags lesen »


Stark übertrieben

Meine Kamera ist wieder da. Neulich hatte sie ja nach nur zweieinhalb Jahren unverhofft schlappgemacht. Nachdem der von mir konsultierte Reparaturmensch den Daumen gesenkt hatte, stand also die Anschaffung einer neuen Kamera an. Eigentlich hatte ich deshalb dem Hersteller einen bösen Brief schreiben wollen. Bei der Suche nach der Adresse bin ich dann aber über einen Hinweis auf autorisierte Reparaturbetriebe gestolpert. Der Vollständigkeit halber habe ich dort angefragt, ob die das Wrack vielleicht doch wieder flottkriegen könnten. Die meinten, sie könnten. Ich habe die Kamera also eingeschickt und zwei Wochen später voll funktionstüchtig wiedergekriegt.

Das war nicht ganz billig, aber Kaufpreis und Reparatur zusammen liegen immer noch unter dem Listenpreis bei Markteinführung. Und es ist immer noch sehr viel billiger als eine vergleichbare neue Kamera. Insofern ist die Episode zwar immer noch ärgerlich und teuer, es hätte aber schlimmer kommen können. (Und wenn das Ding sich in ein, zwei Jahren wieder verabschieden sollte, schreibe ich den bösen Brief wirklich, und zwar mit Schmackes!)

Der Bericht über meinen Tod wurde stark übertrieben, lege ich der Knipse jetzt mal Mark Twains berühmtes Zitat in den Mund. Damit könnte ich Den Rest des Beitrags lesen »


Materialermüdung

Es wird immer wieder behauptet, dass die Hersteller aller möglichen technischen Geräte ihre Apparate so bauen, dass sie möglichst bald nach Ablauf der Garantiefrist kaputtgehen. Außerdem wird heute alles aus Billigteilen zusammengeklebt, sodass man oft gar nichts mehr reparieren kann, sondern mindestens große Baugruppen oder gleich das ganze Gerät komplett ersetzen muss.

Beispielsweise sollen bei Fernsehern mancher Marken wärmeempfindliche Bauteile direkt im warmen Abluftstrom oder neben wärmeproduzierenden Komponenten verbaut sein. Dass Drucker oft nach einer bestimmten Seitenzahl den Dienst quittieren und Druckerpatronen leer zu sein vorgeben, wenn sie noch reichlich Tinte haben, ist lange bekannt. Sicher gibt es noch mehr Beispiele.

Wann immer das Thema geplante Obsoleszenz aufgebracht wird, werden die Vorwürfe dementiert. Zumindest natürlich von den betreffenden Herstellern, das würde ja sonst schlecht aussehen. Es gibt verschiedene, einander teils widersprechende Theorien zum Thema. Verbraucherschutzorganisationen und Behörden haben dazu Untersuchungen und Studien durchgeführt, mit durchwachsenen Ergebnissen. Nachweisen kann man nichts, aber durch die Bank weg ausschließen kann man solche Machenschaften eben auch nicht, und es soll manches dafür sprechen, dass geplante Obsoleszenz tatsächlich praktiziert wird.

Wie dem auch sei, grundsätzlich kann ich Den Rest des Beitrags lesen »


Fernmündlich

Das klassische Festnetztelefon, das ab dem späten 19. Jahrhundert verwendet wurde, übertrug Geräusche in einem Frequenzband von 300 bis 3400 Hertz. Man hätte auch höhere Frequenzen übertragen können, das wäre aber wohl aufwändiger und damit teurer geworden. Also hat man es bei dem genannten Frequenzband belassen. Immerhin liegen die für die Verständlichkeit der Vokale wichtigen Formanten alle innerhalb dieses Frequenzbandes, theoretisch waren die akustischen Voraussetzungen für flüssige Kommunikation am Telefon also gegeben.

In der Praxis war das aber nicht so. Die bis mindestens in die 80er Jahre in Deutschland üblichen Telefone waren von der Klanqualität nicht eben überragend. Die Leitungen waren auch oft nicht so besonders gut. Je nachdem, von wo oder wohin man telefonierte, konnte es schon rauschen, knistern, pfeifen oder knattern in der Leitung, manchmal hörte man auch ein fremdes Gespräch leise mit, wenn irgendwo eine Isolierung nicht funktionierte, Feuchtigkeit eingedrungen war oder was weiß ich. Aber auch bei normalguten Verbindungen konnte man leicht s und f verwechseln, oder k, p und t. Außerdem waren die Hörer oft ziemlich leise (und nicht einstellbar), und viele Leute hatten Probleme, am Telefon alles richtig zu hören.

Diese widrigen Umstände haben zu gewissen Anpassungserscheinungen geführt – viele Leute sprechen bis heute am Telefon besonders laut und oft auch deutlich langsamer als normal.

Nun dürften Telefone heutzutage in aller Regel Den Rest des Beitrags lesen »


Rohrleitungen

rohrleitungen

Wenn man zum Sandkuchenbacken zu groß ist, fängt man mit komplexeren Spielsystemen wie Lego oder Fischertechnik an…