Ein Waldspaziergang im goldenen Oktober

Im Teeladen geben sie an der Kasse meistens ein oder zwei Probepackungen Tee mit. Sie hoffen, der geneigte Kunde möge an der einen oder anderen neuen Teesorte Gefallen finden und gelegentlich mehr davon kaufen. Nun bin ich seit langem auf kräftige Tees aus Assam oder Sri Lanka eingeschossen, und aus „meiner“ Sparte ist nicht so oft was dabei. Man verschenkt wohl lieber exotischere, elegantere und – habe ich jetzt nicht überprüft, tät mich aber nicht wundern – hochpreisigere Tees als meine gewohnten Sorten.

Die Chefin meines Teeladens weiß, was ich mag und gibt mir meistens etwas mit, das mir schmeckt, aber immer wieder stehen da andere Leute hinter der Theke, die mir dann Den Rest des Beitrags lesen »

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Morgen ohne Tee

Manche Leute brauchen morgens ihren Kaffee, um in die Gänge zu kommen, manche brauchen eine Zigarette, manche auch ein Bier oder eine kalte Dusche. Bei mir ist es Tee. Morgens trinke ich immer Tee. So gut wie immer. Jeden Morgen, spätestens beim Frühstück. Eine Tasse schwarzen Tee mit Milch und Kandis.

Es kommt aber vor, dass es nicht klappt mit dem Tee. Ganz selten zwar, aber es gibt sie, die Morgen ohne Tee. Wenn ich krank bin und mir der Magen allzu schräg hängt zum Beispiel. Oder wenn ich so gründlich verschlafe, dass ich beim Aufwachen dann jäh aus dem Bett springe, mir im Tiefflug meine Klamotten greife und mich auf dem Weg zum Bahnhof im Laufen umziehe (und auf dem Bahnsteig merke, dass mir eine Socke fehlt). Da ist für Tee natürlich keine Zeit.

Oder wenn ich unterwegs bin und in der jeweils verfügbaren Gastronomie die üblichen merkwürdigen Vorstellungen von der Zubereitung schwarzen Tees herrschen, sodass ich mir das Gebräu nicht antun mag. (Obwohl, Den Rest des Beitrags lesen »


Noch ein schöner Tag

Neulich in der Buchhandlung ist mir auf einem der vielen Tische mit Krams – zumindest die großen Buchhändler mit ihren riesigen Läden in den Innenstädten verkaufen ja neuerdings neben Büchern alles mögliche, Küchenutensilien, Lego, Playmobil, Merchandise zu Prinzessin Lillifee, den Olchis, den Drei Fragezeichen usw. Also, auf einem der Tische mit sortiertem Kram gab es zwischen verschiedenen glücklichgrünen Artikeln, teils auch mit lächelnden Gänseblümchen drauf, glücklichgrüne Plastiktäschchen mit der folgenden Aufschrift:

Bitte Lächeln! Beginne den Tag mit einem Lächeln. Meistens lächelt er zurück.

So ein Quark! Wer ist denn das, der Tag? Wie lächelt ein Tag? Habe ich noch nie gesehen. Das gegen Ende der 80er Jahre allgegenwärtige Lied zur Idee ist mir damals auch maßlos auf die Nerven gegangen. Sonnenuntergänge mögen manchmal Den Rest des Beitrags lesen »


… aber fein!

Vor einer Weile hatte ich darüber geschrieben, wie man Tee kocht. Also nicht so sehr, wie andere Leute Tee kochen oder Getränke, die sie Tee nennen (die Problematik hatte ich natürlich gestreift), sondern wie ich das mache. Eben über die alleinrichtige Art, Tee zu kochen.

Nun bin ich darauf aufmerksam gemacht worden, dass nicht nur die Temperatur des Wassers beim Aufgießen für den Geschmack relevant ist, sondern angeblich auch der Sauerstoffgehalt. Sauerstoff kann sich in Wasser lösen. Je heißer das Wasser ist, desto weniger Sauerstoff kann es aufnehmen. Je länger man das Wasser kocht, desto mehr Sauerstoff verflüchtigt sich also. Wasser, das gerade erst anfängt zu kochen, müsste demnach mehr gelösten Sauerstoff enthalten, und das soll den Tee aromatischer machen als zu lange gekochtes Wasser, das erheblich weniger oder fast gar keinen gelösten Sauerstoff mehr enthält.

Bei Wikipedia ist man ebenfalls dieser Meinung. Tee, der mit sauerstoffarmem Wasser aufgegossen wird, schmecke leblos und fade, heißt es da. Wie schnell sich der Sauerstoff beim Erhitzen des Wassers verflüchtigt, weiß ich natürlich nicht. Kann gut sein, dass beim Erreichen des Siedepunktes schon gar keine nennenswerten Mengen Sauerstoff mehr gelöst sind. Ich habe ein bisschen herumgesucht, aber nichts Relevantes dazu gefunden.

Egal, es hat mich natürlich interessiert, ob es diesen geschmacklichen Unterschied tatsächlich gibt. Und wenn es ihn gibt, würde ich natürlich auch gleich Den Rest des Beitrags lesen »


Teequartett

Im Teeladen haben die Kinder neulich ein Quartettspiel geschenkt gekriegt. Ein Tee-Quartett. Da kann man viele mehr oder minder interessante Sachen über ausgewählte Teesorten aus dem Sortiment des Filialisten erfahren, etwa dass der China Lung Ching bei 70°C aufgegossen gehört und 2 Minuten ziehen soll. Oder dass Karl-Heinz, der Herbsttee – 100°C, 2 Minuten – mich von innen aufwärmt. Dass man von Brennessel nur 4 g Teeblätter für einen Liter Aufguss benötigt, von KiBa-Flip aber 28. Oder dass der Japan Shincha Kirisakura – 60°C, 3 Minuten, Bio – in Sachen Qualität auf 105 von 100 möglichen Punkten kommt.

Die allerwenigsten Kinder werden Den Rest des Beitrags lesen »


Blümchenkaffee

Kaffee ist hierzulande sehr beliebt, für viele praktisch unverzichtbar. Der Kaffeeverbrauch stagniert auf einem recht ansehnlichen Niveau. Es gibt an allen Ecken Cafés, und mittlerweile hat fast jeder Friseur, Optiker und Schreibwarenladen zur Versorgung der Kundschaft einen Kaffeevollautomaten, der die gängigen sogenannten Kaffeespezialitäten auf Knopfdruck brauen kann. Damit man nie ohne Kaffee sein muss und damit dieser Kaffee überall, außer vielleicht in den allerfeinsten Cafés und Restaurants, möglichst gleich schmeckt. Mit H-Milch. Oft auch mit Schimmel in den nicht vom Kaffee durchlaufenen Ecken des Brühwerks. Aber egal, die Leute trinken’s reichlich und anscheinend gerne.

Auch im privaten Bereich sind diese Superkaffeemaschinen weit verbreitet. Die Dinger werden gelegentlich schon von Discountmärkten für niedrige dreistellige Eurobeträge verkloppt, der Markt dürfte bald gesättigt sein. Mit so einem Apparat kann man Den Rest des Beitrags lesen »


Riesig nicht…

Ich liebe schwarzen Tee. Kaffee ist zwar auch ganz nett, aber morgens sollte es schon Tee sein. Schwarzer Tee mit Milch und braunem Kandis. Mein Tag fängt erst mit einer Tasse Tee richtig an.

Angefangen hat das vor ungefähr 30 Jahren. Damals haben srilankische Bürgerkriegsflüchtlinge bei uns im Haus gewohnt und in unserer bis dahin Filterkaffee und Kräutertee trinkenden Familie den schwarzen Tee eingeführt. Das war immer Ceylon-Tee mit Milch und (zuviel) Zucker. Die Gewohnheit, den Tee mit Milch zu trinken, habe ich beibehalten. Ohne Milch finde ich schwarzen Tee witzlos. Statt normalem Zucker nehme ich ein kleines Stück Kandis. Dann ist nur der letzte Schluck süß, und das gefällt mir.

Wo immer ich kann, nehme ich losen Tee, der schmeckt fast immer besser als Teebeutel. (Wer weiß schon, was da für fein vermahlener Dreck drinsteckt, man sieht das ja nicht. Und selbst wenn tatsächlich guter Tee abgefüllt wird, Aufguss aus Teestaub ist anders als aus Teeblättern.) Aromatisierter Tee kommt mir nicht in die Tasse. Wenn ich Bonbonwasser will, Den Rest des Beitrags lesen »