Negative Unterschneidung

Ein zentrales Element der Typographie ist das Kerning, auf Deutsch Unterschneidung. Das ist laut Wikipedia der Vorgang, den horizontalen Abstand zwischen mehreren Buchstaben durch optischen Ausgleich so zu verringern, dass er gleichmäßig erscheint und so vom Betrachter als angenehmer empfunden wird. Anders gesagt, per Unterschneidung wird ein ebenmäßig wirkender, knotenfreier Buchstabenfluss hergestellt. Gut gemachtes Kerning erkennt man daran, dass es nicht auffällt.

Das gelingt natürlich nicht immer im gewünschten Maß, gelegentlich verrutscht da schon mal was. Dann stehen Buchstaben beispielsweise zu eng beieinander. Sie verschmelzen optisch miteinander und die Leserlichkeit ist dahin. David Friedman hat dafür den Fachausdruck keming geprägt. Das Wort kerning falsch unterschnitten kann Den Rest des Beitrags lesen »


Endlosschleife

Man weiß ja, was passiert, wenn zwei Spiegel einander gegenüber hängen und man zwischen die Spiegel tritt und am eigenen Spiegelbild vorbei in einen der Spiegel schaut. Man sieht im Spiegel den anderen Spiegel, in dem sich natürlich der erste Spiegel spiegelt, der wiederum den anderen Spiegel zeigt usw. Man blickt in einen Tunnel aus Spiegelbildern, die immer blasser und dunkler werden und irgendwo im Nichts verschwinden. Das ist ein Bild, das eine Darstellung seiner selbst enthält, und das enthaltene Bild enthält sich natürlich auch wieder selbst, bis ins Unendliche. Mit Kerzen o.ä. lassen sich da hübsche Effekte erzielen.

Ich habe jetzt eine sprachliche Entsprechung dieses optischen Phänomens entdeckt. Auf der Verpackung einer Fruchtschnitte habe ich folgende Zutatenliste gefunden:

Rosinen*, Haselnüsse*, Blaubeeren* 10% (Blaubeeren*, Apfeldicksaft*), Bienenhonig*, Mandeln*, Aprikosenkerne*, Blaubeerkonzentrat*, Sonnenblumenöl*, Kartoffelstärke*.
*aus ökologischem Anbau

Bei der dritten Zutat musste ich Den Rest des Beitrags lesen »