Das Gespenst der Freiheit

Die hierzulande übliche Toilette mit Wasserspülung ist eine großartige Erfindung, ich will sie eigentlich nicht missen. Trotzdem ist die Benutzung von Toiletten unterwegs nicht unproblematisch. Man weiß nie, was die vorigen Besucher da getrieben haben, und oft genug will man das so genau auch nicht wissen. Wenn sie wenigstens die Spuren beseitigt hätten! Haben sie aber nicht. Kann man sich drauf verlassen, wenn’s am nötigsten gewesen wäre haben sie nicht.

Herkömmliche öffentliche Bedürfnisanstalten und traditionelle Bahnhofstoiletten gehören für mich zu den unangenehmsten Örtchen im Land, dicht gefolgt von dem, was manche Kneipen so als Toilette anbieten. Manches Mal hätte ich einen klassischen Donnerbalken in einem zugigen Schuppen hinterm Stall vorgezogen.

Aber auch in vermeintlich gepflegteren Umgebungen ist die sozialverträgliche Benutzung der Toiletten bei weitem nicht so selbstverständlich, wie man das gern hätte. Viel zu oft hinterlassen Benutzer dort mutmaßliche Kunstwerke oder tatsächliche Schweinereien, was dann bei nachfolgenden Benutzern auf Missbilligung stößt und gelegentlich entsprechende Aufrufe zur Sauberkeit nach sich zieht.

Und auch abseits unangenehmer Hinterlassenschaften kann man im Zusammenhang mit Toilettenbesuchen Den Rest des Beitrags lesen »

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Spannende Begegnung

Was passiert eigentlich, wenn eine unwiderstehliche Kraft auf ein nicht verschiebbares Objekt trifft? Eigentlich geht das natürlich nicht, jedenfalls hat man auch nach Jahrhunderten philosophischer Beschäftigung keine Lösung gefunden bzw. kann noch nicht einmal ein Szenario präsentieren, in denen eine unwiderstehliche Kraft und ein nicht verschiebbares Objekt gleichzeitig denkbar sind.

Kürzlich bin ich allerdings zufällig auf ein Projekt gestoßen, das sich einer praktischen Umsetzung dieses Paradoxons immerhin fast auf Sichtweite annähert. Die erstaunlich bescheidene Versuchsanordnung sieht folgendermaßen aus:

irresistible_force_immovable_object

Hier Den Rest des Beitrags lesen »


Notizblock

Klowände haben neben dem Wandsein oft noch andere Funktionen, etwa als Projektkonsfläche für Äußerungen aller Art. So mancher Hirnfurz findet sich als Zeichnung oder in Textform auf den Fliesen einer öffentlichen Toilette wieder. Nicht immer sind das Unflätigkeiten, politische Aufrufe oder lyrische, humoristische oder zeichnerische Gehversuche:

kryptisch

Hier hat vielleicht jemand auf dem Klo telefoniert und musste schnell etwas Wichtiges aufschreiben. Da er zwar kein Papier, aber einen Stift bei sich hatte, musste offensichtlich Den Rest des Beitrags lesen »


… wie Ihr sie vorfinden möchtet!

Wo viele Menschen nebeneinander arbeiten, gibt es gemeinsam genutzte Toiletten. Wenn viele Leute diese Toiletten benutzen, werden sie dreckig, manchmal weniger, manchmal mehr. Der Anstand gebietet es, die Toiletten nicht völlig vollgesaut zu hinterlassen. Und immer wieder halten sich Leute nicht daran. In vielen Toiletten in Bürogebäuden hängen deshalb Zettel, auf denen jemand die Benutzer bittet, die Toiletten doch bitte in benutzbarem Zustand zu hinterlassen, also nötigenfalls hinter sich sauberzumachen.

Oft wird versucht, sowas witzig zu formulieren – Nach dem Spül ist vor dem Spül, bitte Bürste benutzen! Manchmal auch Den Rest des Beitrags lesen »


Bananenschale

Früher war es in der Kunstszene schon aufsehenerregend, eine Banane an Gebäude zu malen, die irgendwie mit Kunst zu tun hatten. Der Bananensprayer Thomas Baumgärtel hat sich damit im Rahmen seiner Bemühungen um die Kultivierung der Bananenschale einen Namen gemacht. Seine Bananen waren für Eingeweihte mal eine Art Hinweis auf einen kunstaffinen Ort. Mittlerweile gibt es aber wohl jede Menge Trittbrettfahrer, und die gesprühte Banane findet sich als Massenware an gefühlt jeder zweiten Hauswand.

Ein Nachwuchskünstler hat jetzt Joseph Beuys‘ Arbeit mit vergänglichen Materialien („Fettecke“) und Thomas Baumgärtels gesprühte Bananenbilder in einem einzigen, in seiner Einfachheit genialen Werk zusammengeführt und an einem Ort, der eigentlich einer ganz anderen Art der künstlerischen Betrachtung dient, Den Rest des Beitrags lesen »


Beschäftigt

Es ist kurz vor 13 Uhr. Zwei Anzugträger gehen sich unterhaltend den Korridor entlang. Der eine bleibt vor der Toilettentür stehen. Er greift sich die Klinke und macht die Tür schon einen Spalt breit auf, während die Unterhaltung noch ein Weilchen weiterläuft. Das ganze endet so:

Anzug 1, Klinke in der Hand: … müssen wir mal sehen, wie wir da weiter vorgehen.

Anzug 2: Kommst Du auch gleich zu der xy-Präsentation?

Anzug 1: Nein, ich bin jetzt länger weg.

Anzug 2: Ah, ich hatte gedacht, Du wärst auch dabei.

Anzug 1: Nein, ich bin erst um vier wieder da.

Sagt’s und verschwindet in der Toilette.


Handy? Immer und überall!

Bürogebäude. Typische Herrentoilette – vier Kabinen, fünf Urinale. Zwei Leute stehen an den Urinalen. Ich besetze eine Kabine.

Eine Gruppe kommt laut redend herein. Einer von ihnen spricht die beiden an den Urinalen an:

„Langes Meeting vorbereiten, was…“
„Ja, das hätten wir auch gleich in den Meeting Request aufnehmen können. Hahaha.“
„Genau, dann müssen währenddessen nicht so viele pinkeln gehen. Hahaha.“

Sie plaudern weiter über das bevorstehende Meeting. Einer der Kerle nimmt einen Anruf entgegen, während er noch am Pinkeln ist. Dann trampelt die ganze Meute wieder hinaus, vor dem Meeting noch schnell Kaffee holen. So wie sich’s anhört wäscht sich nur einer von ihnen die Hände.