Klirr

Graffito: Schriftzug "Klirr" auf Verteilerkasten, dabei sieht das Klirr so aus, als sei er auf eine Glasscheibe gemalt, die in mehrere Scherben zerbrochen ist.

Wie nennt sich das, wenn man ein Wort, das ein Geräusch darstellt, so typografisiert oder sonst grafisch gestaltet, dass das Schriftbild das Geräusch darstellt. Oder vielleicht nicht das Geräusch, sondern einen Gegenstand, dem das Geräusch gerade passiert. In diesem Fall befände sich das Klirr auf einer Glasscheibe, die gerade in Scherben geht.

Ist das lautmalerisch? Im gängigen Sinne Den Rest des Beitrags lesen »


Kleingedruckt (2)

Nach gut fünf Jahren Gebrauch fangen die Akkus meiner Kamera langsam an zu schwächeln. Das ist noch nicht kritisch, aber in den letzten Wochen macht es sich stärker bemerkbar – morgens frisch geladen und nach einem fotografisch nicht außergewöhnlichen Tag schon leer, das nervt. Also habe ich mir Ersatz beschafft.

Damals hatte ich mir gleichzeitig mit der Kamera für ungefähr zehn Euro einen Zweitakku von Weiss besorgt, der vollständig kompatibel ist und genauso zuverlässig wie das Original (ich habe nicht gemessen, aber ich habe damals wie heute nicht das Gefühl, dass einer der Akkus länger hält). Wegen der guten Erfahrung habe ich mir davon jetzt wieder zwei gekauft (für den Original-Akku will Canon an die 60 Euro, das ist mir dann doch zu viel, und viele andere kompatible Akkus haben deutlich weniger Strom drin, alles mögliche von 650 bis 900 mAh statt der originalen 1100, das muss nun wirklich nicht).

Die Dinger sind jetzt gekommen, und ihnen lag jeweils eine Gebrauchsanleitung bei. Da steht das übliche drauf: Korrekte Verwendung, Sicherheitshinweise, Garantiebedingungen und so. Nichts Großartiges, einfach Den Rest des Beitrags lesen »


Kleingedruckt

Neulich habe ich die King-James-Bibel erwähnt, die ich vor Ewigkeiten in England gekauft hatte. Die ist 1855 gedruckt und ein bemerkenswertes Buch, weil sie so klein ist: Nur etwa 9,5 mal 13,5 mal 2,5 cm.

Entsprechend klein ist die Schrift. Bei gutem Licht kann ich das mit bloßem Auge noch einigermaßen lesen, aber es ist anstrengend. Mehr als ein paar Zeilen sind ohne Vergrößerungsglas nicht drin:

TexTextpassage aus dem Buch Jesaja im Alten Testament, Kapitel 5, Vers 14: "(...)Therefore hell hath enlarged herself,/and opened her mouth without measure:/and their glory, and their multitude, and/their pomp, and he that rejoiceth, shall/descend into it. (...)"; links neben dem Text steht ein Legomännchen, und ein Fuß des Männchens ist so breit wie die zitierte fünfzeilige Textpassage hoch ist.tpassage aus dem Buch Jesaja im Alten Testament, Kapitel 5, Vers 14: "(...)Therefore hell hath enlarged herself, and opened her mouth without measure: and their glory, and their multitude, and their pomp, and he that rejoiceth, shall descend into it. (...)"

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Rettet das Abendland!

Seit der Erfindung der Schrift versucht der Mensch, seine Sicht der Dinge aufzuschreiben. Auch wenn die frühesten bekannten Schriftzeugnisse wohl Rechnungen und buchhalterische Dokumente waren, dicht gefolgt von Gesetzen und Verboten, entstanden bald verschiedene literarische Genres mit einer Fülle von Texten, die uns einen kleinen Einblick in die Gedankenwelt unserer Altvorderen ermöglichen.

Nun ist es schon schwierig genug, die Dinge gut zu beschreiben, die wir sehen – man versuche, beispielsweise Birke, Buche, Eiche und Linde in Worten so zu beschreiben, dass der Leser die Bäume hinterher tatsächlich auseinanderhalten kann (dazu gehört übrigens auch, das so zu schreiben, dass man es mit vertretbarem Zeitaufwand überhaupt einigermaßen lesen kann).

Ebenfalls schwierig ist die schriftliche Darstellung von Ereignissen, schon weil nie jemand alles gesehen hat, was passiert ist, und weil außerdem die Erinnerung unzuverlässig ist. Wer jemals versucht hat, ein Ereignis aus Zeugenaussagen zu rekonstruieren, wird Den Rest des Beitrags lesen »


Schreibkonvention

Man kann’s ja trotzdem ganz gut entziffern…


Negative Unterschneidung

Ein zentrales Element der Typographie ist das Kerning, auf Deutsch Unterschneidung. Das ist laut Wikipedia der Vorgang, den horizontalen Abstand zwischen mehreren Buchstaben durch optischen Ausgleich so zu verringern, dass er gleichmäßig erscheint und so vom Betrachter als angenehmer empfunden wird. Anders gesagt, per Unterschneidung wird ein ebenmäßig wirkender, knotenfreier Buchstabenfluss hergestellt. Gut gemachtes Kerning erkennt man daran, dass es nicht auffällt.

Das gelingt natürlich nicht immer im gewünschten Maß, gelegentlich verrutscht da schon mal was. Dann stehen Buchstaben beispielsweise zu eng beieinander. Sie verschmelzen optisch miteinander und die Leserlichkeit ist dahin. David Friedman hat dafür den Fachausdruck keming geprägt. Das Wort kerning falsch unterschnitten kann Den Rest des Beitrags lesen »