Rettet das Abendland!

Seit der Erfindung der Schrift versucht der Mensch, seine Sicht der Dinge aufzuschreiben. Auch wenn die frühesten bekannten Schriftzeugnisse wohl Rechnungen und buchhalterische Dokumente waren, dicht gefolgt von Gesetzen und Verboten, entstanden bald verschiedene literarische Genres mit einer Fülle von Texten, die uns einen kleinen Einblick in die Gedankenwelt unserer Altvorderen ermöglichen.

Nun ist es schon schwierig genug, die Dinge gut zu beschreiben, die wir sehen – man versuche, beispielsweise Birke, Buche, Eiche und Linde in Worten so zu beschreiben, dass der Leser die Bäume hinterher tatsächlich auseinanderhalten kann (dazu gehört übrigens auch, das so zu schreiben, dass man es mit vertretbarem Zeitaufwand überhaupt einigermaßen lesen kann).

Ebenfalls schwierig ist die schriftliche Darstellung von Ereignissen, schon weil nie jemand alles gesehen hat, was passiert ist, und weil außerdem die Erinnerung unzuverlässig ist. Wer jemals versucht hat, ein Ereignis aus Zeugenaussagen zu rekonstruieren, wird Den Rest des Beitrags lesen »

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Schreibkonvention

Man kann’s ja trotzdem ganz gut entziffern…


Negative Unterschneidung

Ein zentrales Element der Typographie ist das Kerning, auf Deutsch Unterschneidung. Das ist laut Wikipedia der Vorgang, den horizontalen Abstand zwischen mehreren Buchstaben durch optischen Ausgleich so zu verringern, dass er gleichmäßig erscheint und so vom Betrachter als angenehmer empfunden wird. Anders gesagt, per Unterschneidung wird ein ebenmäßig wirkender, knotenfreier Buchstabenfluss hergestellt. Gut gemachtes Kerning erkennt man daran, dass es nicht auffällt.

Das gelingt natürlich nicht immer im gewünschten Maß, gelegentlich verrutscht da schon mal was. Dann stehen Buchstaben beispielsweise zu eng beieinander. Sie verschmelzen optisch miteinander und die Leserlichkeit ist dahin. David Friedman hat dafür den Fachausdruck keming geprägt. Das Wort kerning falsch unterschnitten kann Den Rest des Beitrags lesen »