Metzger oder Tierarzt?

Pfeffermatz hat hier über Übersetzbarkeit geschrieben. Er schreibt, dass er ständig überlegt, wie man bestimmte Sachen auf Englisch oder Deutsch sagen würde. Das geht mir ähnlich. Wenn ich Leute sprechen höre, läuft bei mir gelegentlich der innere Simultandolmetscher mit und versucht, das Gesprochene je nachdem auf Deutsch oder in einer meiner Fremdsprachen wiederzugeben. Wenn ich Texte lese, läuft mein innerer Korrekturleser mit und klopft das Gelesene auf Fehler (Rechtschreibung, Grammatik, Stil) und unklare Passagen ab.

Das ist  beim Übersetzen immer der erste Schritt. Unklare Texte lassen sich nämlich in der Regel nicht gescheit übersetzen. Man muss sich dann entweder auf eine der denkbaren Bedeutungen festlegen und riskiert damit, in der Übersetzung genau das falsche zu sagen. Oder die Übersetzung wird so unscharf, dass sie nicht funktioniert und damit letztlich unbrauchbar ist.

Bei literarischen Texten mag man Den Rest des Beitrags lesen »

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Aneinander vorbei

Hinweis über dem Tankdeckel eines geparkten Lkw:

 

Und gleich wieder was zu meckern. Natürlich versteht es sich, dass Den Rest des Beitrags lesen »


The paths you walk down…

Im Internet stoße ich immer wieder mal auf tote Links, wo dann statt des Gesuchten nur eine dröge 404-Not-Found-Seite angezeigt wird. Heute habe ich bei der Terminologierecherche zur Abwechslung mal eine sehr schön gemachte 404-Seite gesehen:

404 Page not found (A haiku)

The paths you walk down
lead to the treasures you seek.
But this one does not.

Da hat bei der Magento eCommerce Platform for Growth jemand eine nette Idee hübsch umgesetzt. Ich weiß natürlich nicht, ob Magento eine brauchbare Plattform ist, ob sie faire Bedingungen bietet, wie es dort mit Sicherheit und Datenschutz usw. aussieht. Aber so eine Blume am Wegrand ist doch allemal eine Erwähnung wert!


Textqualität? Eigene Nase! (2)

Übersetzer, hatte ich neulich geschrieben, finden beim Übersetzen ständig Fehler, Lücken und Ungereimtheiten in den Ausgangstexten und sind oft der Meinung, eigentlich selbst besser schreiben zu können. Dabei produziert auch der beste Übersetzer immer wieder Texte von allerhöchstens zweifelhafter Qualität, egal ob er übersetzt oder selbst schreibt. Die griffige Holznase, die jeder Übersetzer zum Dranfassen haben sollte, wäre bei ehrlicher Verwendung meistens gut poliert.

Ich kriege aber gelegentlich Texte zur Übersetzung, in denen so ziemlich alles falsch gemacht wurde, was geht. Das fängt dabei an, dass der Autor die Rechtschreibprüfung ausgelassen hat. Dazu kann es noch grammatische Fehler geben, unvollständige Sätze, oder die gültigen Richtlinien wurden missachtet. Viele große Firmen verwenden kontrollierte Sprache und haben ihre eigenen Stilfibeln. Die Idee ist, dass jeder Text, der die Firma verlässt, bestimmten Qualitätsstandards entspricht und sich zur Corporate Identity passt, oder so. Dieselben Firmen überlasten ihre Mitarbeiter aber oft derart, dass die kaum noch Zeit für irgendwas haben. Dann werden die Texte eben auf den letzten Drücker in die Tasten gehackt

Und die Tatsache, dass ich auch nicht perfekt schreibe und teils peinliche Fehler mache, ändert nichts daran, dass ich viele Texte übersetzen muss, die tatsächlich schlampig geschrieben sind, und das gehört nicht so. Die Welt ist schlecht!


Textqualität? Eigene Nase!

Als Übersetzer setze ich mich tagaus tagein mit den Elaboraten mehr oder minder begabter Autoren auseinander. Ich muss das Zeug einigermaßen detailliert verstehen, um es angemessen ins Deutsche übersetzen zu können. Benutzungsoberflächen und technische Dokumentation müssen in sich stimmig sein und zueinander passen, sonst kann der Benutzer am Ende die Software nicht gescheit benutzen. Schlimmstenfalls legt ein durch die fehlerhafte Übersetzung schlechter Dokumentation verursachter Bedienfehler das Produktivsystem einer Bank lahm. Dann ist die Bank zu Recht ärgerlich, und es gibt Stunk. Selbst wenn man versichert ist will man das ja nicht.

Übersetzen beinhaltet immer eine Art Qualitätskontrolle, umsomehr wenn man als Festangestellter nicht nach übersetzten Zeilen bezahlt wird, sondern nach Arbeitszeit. Viele Übersetzer sind Perfektionisten und glauben insgeheim, eigentlich die besseren Autoren zu sein. Man sieht ja immer die Fehler der technischen Redakteure und Entwickler, die missverständlichen Formulierungen, die verquasten Endlossätze, die terminologische Inkonsistenz. Könnte man alles viel besser. Aber echt.

Ich muss zugeben, dass ich meistens so denke, und ich glaube, diese Haltung auch bei Übersetzerkollegen auszumachen. Das geht auch ganz gut, bis Den Rest des Beitrags lesen »