Beobachter (2)

beobachter_zwei

Irgendwo sitzt immer wer und beobachtet. Aber wer


Weitergedacht

Die Tochter sitzt am Klavier und gibt eine hakelige Version von Old MacDonald Had a Farm zum Besten. Ich glaube, sie verliert gelegentlich den Faden und verzählt sich dann bei der langen Reihe gleicher Töne in der zweiten Hälfte der Strophe. Später probiert sie verschiedene Klangfarben und Instrumente durch, die man auf dem Klavier einstellen kann. Immer mit einer Strophe Old MacDonald Had a Farm.

Meiner Meinung nach sollte der Urheber dieses Liedes zur Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt werden. Der Urheber von Jingle Bells und des Flohwalzers ebenso. Außerdem alle geschäftsfähigen Interpreten der beiden Lieder. (Der Flohwalzer spielt meiner Erfahrung nach im klassischen Musikbetrieb praktisch keine Rolle, wird von Klavierlernenden aber trotzdem bis zum Abwinken gespielt. Für den sollte deshalb der Vollständigkeit halber dasselbe gelten.) Außerdem alle, die die obengenannten Stücke zur Musikerziehung benutzen und Kinder diese auf Blockflöte, Geige, Klavier o.ä. spielen lassen. Und Verleger, die diese Stücke in ihre Lehrwerke einbauen.

Für jedes Mal, das eines der obengenannten Stücke von Musikschülern auf egal welchem Instrument intoniert wird, sollten die Verantwortlichen Den Rest des Beitrags lesen »


Salami, die nächste Scheibe

Neulich hat ein Spinner/Verbrecher/Drecksack/Verwirrter/Terrorist [nichtzutreffendes streichen] in einem Zug von Amsterdam nach Paris versucht, mit einem Sturmgewehr um sich zu schießen. Seine Flinte klemmte aber glücklicherweise, und durch das beherzte Eingreifen dreier Mitreisender konnte er davon abgehalten werden, jemanden umzubringen.

Schlimm, dass Menschen überhaupt in einen Geisteszustand geraten, wo sie sowas tun, egal ob es sich um Amokläufe handelt oder um bewusst geplante und kaltblütig ausgeführte Anschläge. Schlimm, dass der überhaupt soweit gekommen ist. Gut, dass er nicht weiter gekommen ist.

Was aber machen wir jetzt damit? Schwarzweiß gefragt: Warten wir auf den nächsten Amokläufer/Attentäter und hoffen, dass es uns und unsere Lieben nicht trifft? Oder sperren wir vorsorglich gleich alle ein und schmeißen die  Zellenschlüssel weg, damit niemand mehr überhaupt die Möglichkeit hat, sowas anzustellen?

Wie befürchtet Den Rest des Beitrags lesen »


Jalousien

Über das Problem mit der Sonne hatte ich ja schonmal geschrieben. Wenn die Sonne ins Büro scheint, sieht man am Bildschirm oft fast nichts mehr und kann ohne Fensterverdunkelung praktisch nicht mehr arbeiten. Das ist besonders im Winter doof, denn wenn die Sonne schonmal scheint, muss man sie aussperren, und bei Feierabend ist die Sonne lange untergegangen.

Datenbrillen waren ein paar Jahre lang der große Renner. Visionäre und Fortschrittsbegeisterte konnten sich lange kaum einkriegen, so viel Potenzial sahen sie in dem Konzept. Datenschützern ging es ähnlich, sie konnten nicht genug warnen vor den Risiken und Nebenwirkungen – immerhin ergänzen Datenbrillen die ohnehin schon omnipräsenten Ortungs-, Abhör und Überwachungswanzen (auch bekannt als Smartphone) um Augen. Privatsphäre adée, hieß es nicht ganz zu unrecht. Nun scheint der Hype um die Datenbrille weitgehend abgeflaut, das Thema ist weitgehend aus der Öffentlichkeit verschwunden, alles ist gut.

Bleibt mein Problem mit der Sonne im Fenster. Meine Lösung mit elektrochromen Fensterscheiben hat sich nicht durchgesetzt, wäre wahrscheinlich zu teuer und zu aufwändig. Aber jetzt habe ich eine andere, wesentlich zukunftsweisendere Idee. Die Medizin- und Prothesentechnik hat in den letzten Jahren gewaltige Fortschritte gemacht. Allein die jetzt bezahlbar zur Verfügung stehende Rechenleistung auf kleinstem Raum eröffnet Möglichkeiten, die noch vor 20 Jahren kaum denkbar gewesen wären.

Wer kaputte Ohren aber einen noch intakten Hörnerv hat, kann u.U. Den Rest des Beitrags lesen »


Salamitaktik, weitersäbeln

Die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD holpern weiter vor sich hin. Es läuft nicht rund, aber man ist sich in einem einig: Man will zusammen regieren, koste es was es wolle. Da wird vorn beim Gegenüber geschleimt und hinten vor der Basis gepoltert. Die ehernen Grundsätze, die unverrückbaren Positionen und die nicht verhandelbaren Ideale werden hier und da schon mal ein bisschen aufgeweicht, zurückgestutzt, zurechtgebogen. Die Wahlversprechen fallen wie die Fliegen, bevor die neue Regierung überhaupt angetreten ist. Alles ganz im Sinne der von Marketingprofis ausbaldowerten Strategie der SPD (näheres hier unter Inland, genauer: ab Während der Entstehung dieses Artikels erschien auf taz.de…).

Sie säbeln also fleißig weiter an der Salami. Derzeit haben sie es von DNA-Tests. Man möchte in Zukunft Den Rest des Beitrags lesen »


Salamitaktik

Seit den großen Protesten gegen die Volkszählung in den 80er Jahren ist die Bundesrepublik Deutschland konsequent in Richtung Überwachungsstaat umgebaut worden. Klar, viele Daten liefern die unbedarften und oft erschreckend desinteressierten Bürger selbst ganz freiwillig. Sie surfen ungeschützt im Internet, füttern Datenkraken wie Facebook oder Amazon mit allem, was sie von sich wissen, nutzen Apps auf dem Smartphone, von denen sie meistens gar nicht wissen, welche Daten und Messwerte die an wen weitergeben usw.

Deshalb kann man heute ganz legal mehr über jeden von uns erfahren, als das mit den Ergebnissen der Volkszählung theoretisch möglich gewesen wäre, und wenn man die eine oder andere Grauzone ausschöpft, gibt es noch viel mehr mehr über uns zu erfahren. Von illegalen Hackereien haben wir da noch gar nicht gesprochen, aber sowas macht ja auch niemand.

Trotzdem Den Rest des Beitrags lesen »


Überwachung aus der Luft

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SIE sind überall. Sogar auf der Toilette wird man beobachtet…


Privatsphäre

Mit der Privatsphäre ist das so eine Sache. Überwachungswütige Behörden versuchen immer wieder, sie möglichst umfassend auszuleuchten. Natürlich nur in unserem eigenen Interesse und immer zum Besten aller. (Wobei ich den Abgeordneten die besten Absichten und das ehrliche Bemühen um praktikable und faire Lösungen in den meisten Fällen durchaus abnehme.) Wer nichts Unrechtes tut, hat ja bekanntlich auch nichts zu verbergen, muss vor dieser Durchleuchtung deshalb keine Angst haben und braucht sich selbstverständlich auch nicht zu schämen. Die bei solchen Maßnahmen ermittelten Details aus dem Privatlebens von Überwachten behalten die Ermittler nämlich streng für sich, auch wenn man mit manchen Dingen, die Überwachte als peinlich empfinden könnten, im Internet sicher ein paar Lacher (und, wenn man es geschickt anstellt, ein paar Euro nebenbei) erzielen könnte.

Dass da sowieso niemand etwas peinlich finden muss, weiß im Prinzip jedes Vorschulkind, das unterwegs mal dringend musste und dem dann der zuständige Erwachsene, als es sich genierte, das Geschäft gleich am Wegrand zu erledigen, das natürliche und sehr wichtige Schamgefühl mit Da kuckt Dir auch ganz bestimmt niemand was weg auszureden versuchte. Ungefähr auf diesem Niveau Den Rest des Beitrags lesen »


Die Ausleuchter

Verschwörungstheorien sind seit Jahren schon voll der Renner. Die US-Regierung beispielsweise soll das ominöse Area 51 seit Jahrzehnten abriegeln, weil dort angeblich Ufos gelandet sind und seitdem Außerirdische herumspazieren. Deren galaktische Spaceschokolade will die Regierung nicht mit dem eigenen Volk und schon gar nicht mit dem Rest der Welt teilen. Dass das so ist, steht außer Frage – obwohl es Dutzende Organisationen und Vereine gibt, die sich die Aufklärung dieser Sauerei auf die Fahnen geschrieben haben, obwohl es mittlerweile zahlreiche Insiderberichte mit der wirklichen Wahrheit™ im Internet gibt und Herr von Däniken sich die Finger wundgeschrieben hat über das Thema, ist es immer noch eines der bestgehüteten Geheimnisse unserer Zeit. Die Vertuscher sind dabei so raffiniert, dass sie alle diese Berichte nicht löschen, die betreffenden Insider nicht verschwinden lassen und ihre Organisationen nicht verbieten. Andernfalls würde die Öffentlichkeit ja Den Rest des Beitrags lesen »