Die Weltverschwörung

Am derzeitig stattfindenden Gaza-Krieg hat sich in Europa eine Welle organisierter Israelkritik mit erschreckend judenfeindlichen Äußerungen und Aktionen entzündet, die sich auch gegen Deutsche, Franzosen und andere EU-Bürger jüdischen Glaubens richten und mit israelischer Politik eigentlich nichts zu tun haben.

In dem Zusammenhang schwingt dann zuallermindest am rechten Rand des politischen Spektrums und in esoterisch-verschwörungstheoretisch orientierten Kreisen oft die Mär von der jüdischen Weltverschwörung mit. Das christenkinderblutsaufende internationale Finanzjudentum habe die Welt an der Wucherkandare, glauben manche, könne jeden Geldhahn jederzeit zudrehen und betreibe außerdem verschiedene Geheimgesellschaften, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Dass die dann auch die Presse kontrollieren, versteht sich im Rahmen dieser Weltsicht von selbst.

In der Jüdischen Allgemeinen habe ich neulich einen Comic von Ben Gershon gesehen, der das thematisiert: Ein als Jude erkennbarer Mann zappt sich durch Nachrichtensendungen, hört Textschnipsel wie Israel begeht Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Israel ist ein Terrorstaat, Gaza ist ein Gefängnis oder Unschuldige Kinder werden umgebracht.

Er stellt dann die offensichtliche Frage: Den Rest des Beitrags lesen »

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Magische Tage und anderer Unsinn

Der 12.12.12. ist von einem täglich erscheinenden Blatt mit sehr großen Überschriften (Tageszeitung mag ich nicht sagen, das wäre eine Beleidigung für die meisten Tageszeitungen des deutschen Sprachraums mit Ausnahme einer Handvoll ähnlich gestrickter Brüllblätter) auf der Titelseite zum magischsten Tag des Jahres ausgerufen und im Inneren auf einer vermutlich niedrigen zweistelligen Zahl der dort üblichen Stummelzeilen „erklärt“ worden.

Die Schreibweise macht natürlich was her: 12.12.12. Besser war nur der 11.11.11. Aber das heutige Datum ist auch nicht ohne. Da hat man zweimal die gleiche Gruppe aus vier Ziffern hintereinander: 20.12.2012, oder dreimal, wenn man die richtige Uhrzeit noch dazunimmt. Da versteht es sich von selbst, dass ich diesen Artikel heute um 20:12 Uhr online stelle, auch wenn man die Uhrzeit in dem von mir derzeit verwendeten WordPress-Profil nicht sieht. So ein Datum muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: 20.12.2012 um 20:12 Uhr. Das schreit ja geradezu nach kabbalistischen Spielereien. Von denen gibt es aber sowieso schon viel zu viele, ich werde an dieser Stelle deshalb Den Rest des Beitrags lesen »