Flache Erde

Es gibt auch außerhalb von Terry Pratchetts Scheibenwelt Leute, die glauben, die Erde sei eine Scheibe. Wenn die das ernst meinen, ist das manchmal ein bisschen lustig, aber vor allem ziemlich tragisch. Die Idee ist so unsinnig, dass man da inhaltlich gar nicht weiter drauf eingehen muss, und die wenigsten Wissenschaftler äußern sich deshalb überhaupt dazu. Jedenfalls gibt es wohl ungefähr seit Kopernikus keine wissenschaftliche Forschung mehr dazu, keine wissenschaftlichen Aufsätze o.ä., allenfalls populärwissenschaftliche Aufklärung, z.B. von Harald Lesch oder in Schlaumachformaten für Kinder im Fernsehen oder auf YouTube.

Jetzt kann kann man als Flacherdler ziemlich unbeschwert auf der Kugelerde leben, im Alltag macht es praktisch keinen Unterschied, und wenn man Gespräche über die Form der Erde vermeidet, muss man sich damit kaum je wirklich auseinandersetzen. Eine kleine Irritation kann entstehen, wenn man als Flacherdler gleichzeitig an Homöopathie glaubt. Bei der Zubereitung von homöopathischen Mitteln hat es nämlich zumindest in Deutschland Tradition, die zu „potenzierende“ Lösung dabei in Richtung Erdmittelpunkt zu schütteln bzw. zu schlagen.

Das ist nichts Offizielles, es ist nirgendwo vorgeschrieben. Bei Hahnemann steht davon nichts, im einschlägigen §270 des Organon der Heilkunst ist nur von „starken Schüttelstößen mit der Hand gegen einen harten, aber elastischen Körper“ die Rede, ohne Richtungsangabe. Der homöopathische Apotheker Willmar Schwabe schreibt im späten 19. Jh. in seiner Pharmacopoea Homeopathica Polyglotta – einem Standardwerk über die Herstellung homöopathischer Zubereitungen – „kräftige abwärts gerichtete Schüttelschläge des Arms“ vor.

Dieses abwärts gerichtet mag aus praktischen oder, sagen wir, bewegungsökonomischen Erwägungen heraus zustandegekommen sein und wird sich dann vermutlich zu in Richtung Erdmittelpunkt verselbständigt haben – man will Den Rest des Beitrags lesen »


Stahlkocher

Vor einer Weile bin ich auf ein Stück Musik gestoßen, das mich fasziniert, nämlich The Eternal Flames of Metal der mir bis dato unbekannten schwedischen Band Cryonic Temple.

Musikalisch recht gelungen, finde ich. Druckvoll und dabei melodisch. Die Stimme vielleicht etwas dünn, aber noch im Toleranzbereich. Das Schlagzeug etwas zu flach, das könnte ruhig etwas plastischer klingen, aber gut, es funktioniert. Die Struktur von dem Stück (Grundgerüst: ABABCC) hat was, bei jedem Wechsel Den Rest des Beitrags lesen »