Wortmalerei

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Mit Kindern unterwegs zu sein ist immer wieder faszinierend. Man läuft jahrelang täglich durch dieselben langweiligen Straßen an denselben Grundstücken vorbei, und auf einmal bringt ein Kind, pling, einen Kommentar, der etwas Alltägliches, tausendmal Gesehenes in neues Licht rückt. Das Vordach auf dem Foto etwa: Den Rest des Beitrags lesen »

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Wärmer

Meine Jüngste hatte sich Früchtetee gekocht bzw. kochen lassen und wollte das Gebräu jetzt trinken. Es war aber noch zu heiß. Darum fragte sie, ob ich ihr den Tee wärmer machen könne.

Ich musste stutzen, weil ich „wärmer machen“ eigentlich anders verstanden hätte. Warm ist definiert als „hat eine vergleichsweise hohe Temperatur“ oder „hat eine Temperatur, die einigermaßen deutlich über der Umgebungstemperatur liegt“ oder „hat eine bestimmte Menge Wärme“, und dann ist „wärmer machen“ zwangsläufig „mehr Wärme dazutun“, also die Temperatur erhöhen. Das heißt, wenn etwas zu heiß ist, macht man es natürlich nicht noch wärmer, sondern kühlt es ab.

Sie sieht warm dagegen als eine Station zwischen heiß und kalt, und wenn man etwas Heißes soweit abkühlt, dass es eben nicht mehr heiß ist sondern warm, hat man es nach ihrer Logik wärmer gemacht, also die Temperatur von heiß in Richtung warm geändert.

Man kann Den Rest des Beitrags lesen »


Näherungsweise

Im Streichelzoo. Ein Anderthalbjähriger streichelt eine Ziege und kommentiert eifrig: Tad-te, Tad-te.

Eine Dreijährige stellt mit ernster Miene richtig: Das ist keine Katze, das ist eine Ziege. (Wunderschön gelispelt übrigens.)

Der Anderthalbjährige schwenkt sofort um: Teed-te, Teed-te!

Und in ein paar Jahren hören wir vielleicht TED-Talks von den beiden. Manchmal ist es einfach toll, Kinder beim Entdecken der Welt zu beobachten!