Stilles Wasser

Stilles Wasser unterscheidet sich von Sprudel dadurch, dass letzterer voller kleiner Bläschen ist, sollte man meinen. Stimmt aber nicht, hier habe ich in eine Karaffe mit Leitungswasser fotografiert, an deren Außenwand sich nach einiger Zeit kleine Bläschen absetzen. Hier ist die Rückwand, die unscharfen hellen Flecken sind die oben scharf abgebildeten Bläschen an der dem Fotografen zugewandten Wand der Karaffe.

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9 Kommentare on “Stilles Wasser”

  1. christahartwig sagt:

    Ich sag’s doch immer wieder: Die machen irgend was ins Leitungswasser.
    Nein, im Ernst, aufgefallen ist mir dieses Bläschen-Phaenomen beim Leitungswasser auch schon. Ich habe nie ausprobiert, ob es bei gekauftem „stillem“ Wasser auch so ist. Tatsächlich wird mit unserem Wasser etwas veranstaltet, weil andernfalls jedes höhere Gebäude ein Pumpe bräuchte, um das Wasser in die oberen Stockwerke zu transportieren. Da reicht der Druck in den Leitungen allein nicht aus. Ich glaube, der Sauerstoffgehalt des Wassers wird tatsächlich erhöht. So oder so ähnlich hat mir das vor langer Zeit mal jemand erklärt. Es dürfte also einfach der überschüssige Sauerstoff sein, was sich da als Bläschen absetzt. – Immerhin hat er Dir wieder ein schönes Fotomotiv beschert.
    Um still zu sein, muss Wasser ja auch einfach nur kein Geräusch machen, oder?

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  2. gnaddrig sagt:

    Stimmt, die übersättigen das Leitungswasser mit Luft. Hier gefunden. Und hast recht, still ist es durchaus, leichter abzulichten als die nervösen Sprudelbläschen 😉

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  3. Stefan R. sagt:

    Über ‚Stilles Wasser‘ schrieb der große Eckhard Henscheid in ‚Dummdeutsch‘: „St. W. ist offenbar das Gegenteil des ständig rumbrüllenden Biers, des donnerfurzenden Schnapses oder auch eines flüsternden Schaumweins. Wir begrüßen, daß in dieser Zeit, in der jeder der Lauteste sein möchte, wenigstens das Wasser das Maul hält.“

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  4. gnaddrig sagt:

    Dieses Wasser jedenfalls. An den Niagarafällen brüllt es ja durchaus ein bisschen…

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  5. Achim sagt:

    Ich stand neulich in einem Sujpermarkt am Getränkeregal und erblickte Flaschen mit Mineralwasser in den Ausprägungen „Laut“ und „Leise“. Da hat jemand sich selbst auf die Schippe genommen. Abgesehen davon ist „stilles Wasser“ wohl eine Lehnbildung (oder Lehnübersetzung? Sprachwissenschaftler vor!) zu „still water“, was eher die Abwesenheit von sich bewegenden Bläschen beschreibtg (Ggs. „bubbly“).
    Das mit der Sauerstoffübersättigung hat nichts mit der Erzeugung des erforderlichen Drucks zu tun (der wird durch Pumpstationen erzeugt), sondern offenbar mit dem Schutz der Rohrleitungen (gelöste Stoffe wie Eisen oder Mangan reagieren mit dem Sauerstoff und werden schon im Wasserwerk ausgefällt, statt die Leitungen zu verkrusten).
    Immer wieder interessant hier 😉

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  6. gnaddrig sagt:

    Immer wieder interessant hier

    Freut mich, danke 🙂

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  7. Yadgar sagt:

    @Achim:
    „Abgesehen davon ist „stilles Wasser“ wohl eine Lehnbildung (oder Lehnübersetzung? Sprachwissenschaftler vor!) zu „still water““

    Nee, Stillwater ist doch die 70er-Jahre-Rockband aus „Almost Famous“ – wohl eine Zusammenziehung aus „Crosby, Stills & Nash“ und „Creedence Clearwater Revival“! Der Film war sowieso in jeder Hinsicht ein Hammer, weil jede Menge hübsche Langhaarige – und dann auch noch „I’ve Seen All Good People“ von Yes im Soundtrack! Kult, Kult, Kult!!!

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  8. Ronny sagt:

    Ein Grund für die verzögerte Blasenbildung kann an dem langsamen erwärmen des Wassers liegen. Die Löslichkeit von Luft in Wasser nimmt mit zunehmender Temperatur ab, wodurch die Luft in Form von Blasen frei wird. (Entstehen die Bläschen genau so schnell, wenn die Karaffe vorneweg im Kühlschrank runtergekühlt wurde?)

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  9. gnaddrig sagt:

    Gute Frage, müsste man mal ausprobieren. Zwei gleiche Wassergläser, eins aus dem Kühlschrank, eins bei Raumtemperatur, beide mit kaltem Leitungswasser, Zeit bis zum Erscheinen der ersten Bläschen messen. Mal sehen…

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