Am Bahnhof

Kleinstadtbahnhof, drei Gleise. Auf der Fußgängerbrücke über den Gleisen stehen sie, ein paar Meter von mir entfernt am Geländer: ein stämmiger älterer Herr und sein drei- oder vierjähriger Enkel. Beide tragen Jeans und gestreifte T-Shirts.

Offensichtlich haben sie viel Zeit. Vielleicht Den Rest des Beitrags lesen »


Einkaufswagenrückführbox

Vor einiger Zeit in einer Tiefgarage gesehen:

einkaufswagenrueckfuehrbox
Was soll das? Oben haben sie Einkaufstempel mit gediegenem Ambiente, klimatisierter Musik, Frische-Center, Back-Erlebnis-Welt, Latte-Macchiato-Theke, Prosecco-Bar, Sushi-Fließband, angesagter Lifestyle-Mode. Alles vom Feinsten und dank Hausrecht vollkommen bettlerfrei, Den Rest des Beitrags lesen »


Haste ma’ne Mark?

Vor einer Weile hat mich auf dem Frankfurter Hauptbahnhof jemand um ein bisschen Kleingeld angegangen: Kannste nich ma was aktivieren zum Überleben.

Auch wenn es in Deutschland bekanntlich gar keine wirkliche Armut gibt, landen mehr Leute als man denken mag auf irgendwelchen Treppen ins Nichts. Und mancher von denen sieht dann irgendwann keinen anderen Ausweg, als Leute auf der Straße anzubetteln.

Manche mögen sich ihre Notlage nur einbilden, andere sind vielleicht wirklich nur zu faul zum Arbeiten oder haben ihre überrreichliche Sozialhilfe schon am 20. des Monats für teuren Zahnersatz verballert. Viele könnten vielleicht Den Rest des Beitrags lesen »


So war das nicht gedacht gewesen…

Neulich unterwegs gesehen:

schnellspanner

Ein guter Grund, warum die Verwendung von Schnellspannern zur Befestigung des Sattels am Fahrrad keine gute Idee ist.

Kann natürlich sein, dass der Besitzer den Sattel jedesmal abmacht und mitnimmt, wenn er das Rad irgendwo abstellt, aber ich habe da so meine Zweifel…


Buchstabenklauberei

Neulich auf der Toilette im Zug. Auf dem Formular, auf dem die Reinigungskräfte ihre Tätigkeit dokumentieren, steht unten der folgende Passus:

Sie haben diese Toilette nicht im zufriedenstellenden Zustand vorgefunden? Informieren Sie uns bitte.

Kundendialog DB Regio …

Zunächst mal schön, dass die Bahn offensichtlich Wert darauf legt, den Fahrgästen möglichst saubere und benutzbare Toiletten anzubieten und dass sie die Möglichkeit bietet, auf diesbezügliche Mängel hinzuweisen.

Aber in sprachlicher Hinsicht macht mir das pedantische Bauchschmerzen. Die Formulierung impliziert nämlich, dass es genau einen zufriedenstellenden Zustand gibt – im (d.h. in dem [einen]) zufriedenstellenden Zustand. Und wenn man die Toilette nicht in genau diesem einen Zustand vorfindet, soll man Den Rest des Beitrags lesen »


Treppe ins Nichts

treppe_verschwindet

Wenn das kein stadtplanerischer Schildbürgerstreich ist, muss es Kunst sein. Das Städtchen hat keine U-Bahn, und für eine unterirdische Bedürfnisanstalt sieht diese Treppe ein bis zwei Nummern zu großartig aus. Für eine richtiggehende Installation fehlt natürlich der Soundtrack, den könnte man sich von Led Zeppelin holen.

Anderswo Den Rest des Beitrags lesen »


Mikrokosmen

Das Universum ist cool. Und es gibt jede Menge Dinge, die man noch nicht drüber weiß. Weil das so ist, konnte Science Fiction als Genre überhaupt so erfolgreich werden. Wäre das Weltall bis in die letzte Lichtsekunde des letzten schwarzen Lochs bekannt, wären diese Geschichten kaum so reizvoll. Wenn sie überhaupt geschrieben worden wären, dann als verstiegene Cousins des Heimatromans bzw. -films und höchstwahrscheinlich eher uncool.

Das Universum ist also cool, und es gibt da draußen noch jede Menge zu entdecken. Nun ist es natürlich nicht so, als wäre die Erde bis in den letzten Winkel erforscht. Der Ozeanboden beispielsweise ist weitgehend unbekannt, es gibt nicht einmal genaue Karten davon. Im Vergleich zu dem, was wir über die Tiefsee wissen, kannte sich Columbus auf der Erdoberfläche hervorragend aus. (Deshalb sind die Westindischen Inseln auch in der Karibik und nicht in der Gegend von Indien.)

Man muss allerdings Den Rest des Beitrags lesen »


Spiegelei

Das gemeine Spiegelei ist in kulinarischer Hinsicht ein alter Hut. Spießeressen, vielleicht ein bisschen altmodisch und langweilig, Arterienverkalkungsbeschleuniger und unveganes Gräuel. Trotzdem scheint es sich ungebrochener Beliebtheit zu erfreuen, und es birgt einiges Spaßpotenzial – man kann sehr schöne Albereien damit anstellen.

Eigens zu diesem Zweck werden im Haushaltswarenhandel Formen aus Metall oder Silikon angeboten, die man in die Pfanne legt und die den anschließend hineingeschlagenen Eiern eine bestimmte Form geben. Da gibt es alles Erdenkliche, von einfachen geometrischen Formen über Herzen, Blumen, Eulen bis zu Totenköpfen wird ein breites Spektrum abgedeckt. Wenn man will, kann man Den Rest des Beitrags lesen »


Was meine ich, wenn ich sage…?

Neulich im Supermarkt. Eine Kassiererin kramt in iher Kleingeldschublade und fragt halblaut in Richtung der zweiten Kasse: Was sind fünf Cent?

Antwort von dort: Zwei Fünfzig.

Weitere Frage: Hast du noch?

Antwort:  Den Rest des Beitrags lesen »


Lagerfeuer und Bewerbungen

Heutzutage scheint fast alles als Teil einer Methode oder Strategie gesehen zu werden. Zum Beispiel Kinderspielzeug. Man will den Kleinen ja einen guten Start ins Leben verschaffen, die sollen beizeiten alles lernen, was sie benötigen, um später fit und leistungsfähig zu sein und sich am zunehmend anspruchsvollen und schnelllebigen Arbeitsmarkt behaupten zu können.

Kinder ihre Kindheit einigermaßen in Ruhe absolvieren zu lassen ist jedenfalls nicht mehr zeitgemäß (auch so ein Wort, wo mein Bullshit-Detektor sofort laut klingelt, dazu vielleicht ein andernmal). Stattdessen wird stramm und mit System gefördert. Da ich selbst Kinder habe, begegnet mir dieses Thema immer wieder, und es hat von Anfang an immer mal in meinen Texten niedergeschlagen.

Wenn ich mich gelegentlich über die immer mehr um sich greifenden Erklärungen zum pädagogischen Wert von Spielsachen aufrege, richtet sich das allerdings nicht in erster Linie direkt an die Hersteller bzw. Vermarkter, die mit diesen Hinweisen nerven, sondern an die zugrundeliegende Geisteshaltung, derzufolge schon die früheste Kindheit zielgerichtet zu sein hat, Teil einer Ausbildungsstrategie, an deren Ende der marktfähige Arbeitnehmer mit möglichst hohem Einkommenspotenzial steht. Leerlauf geht da gar nicht. Muße für irgendwas ist vom Teufel, und Langeweile, die gelegentlich kreative Geniestreiche zur Folge hat, wird abgeschafft. Die Märkte, höre ich einen imaginären Sprechblasenakrobaten (hat tip) intonieren, verlangen das.

Ich trauere hier keiner illusorischen “guten alten Zeit” hinterher. Früher war nicht alles besser, es war nur anders schlimm. Da haben sich Kinder manchmal mit aufgeschlagenen Knien und entsprechend kaputter Hose nicht nach Hause getraut, weil Den Rest des Beitrags lesen »


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