Nicht noch einmal!

Seit Israel sich gegen den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen zur Wehr setzt, schwappt eine Welle judenfeindlicher Äußerungen und Aktionen durch Europa.

Wir haben es hier nicht mit Kleinkram zu tun, der Tonfall ist ausgesprochen rauh, um es ganz freundlich auszudrücken. Zu hören bzw. zu lesen waren laut Zeitungsberichten (z.B. hier) etwa solche Dinge:

Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!
[Allein gegen einen aufgepeitschten Mob ohne Beißhemmung, so seht Ihr aus! Wer muss sich da Feigheit vorwerfen lassen?]

Das tapfere palästinensische Volk sollte man ehren
da sie noch die einzigen sind auf dieser Welt
die sich gegen den Zionisten wehren
[Anscheinend aus dem Lied Israel der Neonazi-Band Hassgesang adaptiert]

Israel – Kindermörder! Israel – Frauenmörder!

Ihr Juden seid Bestien!

Scheiß-Juden, wir kriegen euch!

Hamas, Hamas, Juden ins Gas!

Solche und ähnliche Juwelen politischer Kultur werden in Deutschland im Jahr 2014 öffentlich geäußert. Das geht weit über den bisher schon von Demonstrationen für den Frieden in Nahost gewohnten einseitig propalästinensischen und antiisraelischen Tenor hinaus, das ist eindeutig Judenhass, und das letzte Zitat ist als Anspielung auf die Shoa besonders widerlich. Die Polizei schaut zu (oder weg), greift nicht ein, ist von der Wucht der Kundgebungen überrascht und vielfach überfordert.

Derweil werden Synagogen angegriffen und jüdische Geschäfte geplündert, werden als Juden erkennbare Menschen beleidigt und tätlich angegriffen, in Deutschland, in Frankreich, in Österreich. Stellenweise muss man schon von Pogromstimmung sprechen, und die Polizei hat Mühe, die betroffenen Mitbürger zu schützen. Den Rest des Beitrags lesen »


Was ist viel?

Neulich im Zug. In der Vierersitzgruppe auf der anderen Seite des Gangs sitzt ein Vater mit seinem etwa zweijährigen Sohn.

Sohn: Ist zwei richtig viel?

Vater: Ne, eigentlich nicht.

Sohn: Und drei, ist drei aber richtig viel? Den Rest des Beitrags lesen »


Maschendrahtfresser

maschendrahtfresser_frontal

Da war es beim Auslichten vermutlich am Einfachsten, Den Rest des Beitrags lesen »


Ich will auch mal mitgemeint sein!

Seit Jahren wird an vielen Stellen im deutschsprachigen Raum versucht, eine weniger männerlastige, dafür gerechtere Sprache zu etablieren. Sehr verkürzt gesagt geht es darum, nicht mehr so oft männliche Formen zu verwenden, wenn Männer und Frauen angesprochen sind.

Das Bestreben ist, dass Frauen bei der Verwendung männlicher Formen nicht mehr einfach mitgemeint sein sollen, sondern dass man die Gemeinten direkt anspricht oder geschlechtsneutrale Formen verwendet, wo das geht. So schreibt man häufig nicht mehr Studenten, sondern Studentinnen und Studenten, verkürzt das zu Student/innen, Student_innen oder StudentInnen, oder man weicht auf neutrale Ersatzwörter aus, z.B. Studierende.

Dass viele solche Schreibweisen nicht sofort gut finden und etwas fremdeln, kann ich ein Stück weit nachvollziehen. Ich schaffe es auch nicht, hier durchgehend geschlechtergerecht zu schreiben. Anderseits ist gerade der Geschmack sehr wandelbar, das Empfinden kann sich unter Umständen sehr schnell ändern, wenn man sich erstmal drauf einlässt.

Da hakt es dann oft – das Problem ist kein Sprachliches, sondern eines der Denkweise. Solange das berechtigte Interesse der einen Hälfte der Menschheit, gleichberechtigt angesprochen zu werden, von einer maßgeblichen Mehrheit als überzogen beiseitegewischt wird, helfen Sprachregelungen nicht.

Andererseits kann ein innovativer Sprachgebrauch durch Einzelpersonen, Organisationen, Behörden usw. eine Entwicklung in Gang setzen, die am Ende vielleicht zu einer weniger diskriminierenden Grundhaltung führt und sich in einer weniger diskriminierenden Sprache niederschlägt.

** * **

Solche Bestrebungen stoßen erfahrungsgemäß fast immer auf erbitterten Widerstand. Platt gesagt: Den Rest des Beitrags lesen »


Vorwärts in die Vergangenheit

In Europa erfreuen sich alle möglichen alternativen “Heilverfahren” großer Beliebtheit. Da gibt es die klassischen Renner wie Homöopathie, Bach-Blütentherapie, Schüßler-Salze, Chiropraktik, Osteopathie, die aus Fernost importierte Akupunktur und die Traditionelle Chinesische Medizin. Ob oder inwieweit diese Verfahren tatsächlich wirksam sind, interessiert dabei kaum. Oft werden auf dem Plazeboeffekt beruhende Erfolge als Wirksamkeitsnachweis angeführt.

Dann gibt es Astrologen, Rutengänger, Warzenbesprecher und noch viel exotischere Figuren. Spagyriker, Schamanen, Zauberdoktoren, Geistheiler aus aller Herren Länder treiben in Europa ihr lukratives Unwesen und werden von einer wachsenden Esoterikszene bejubelt, verehrt und weiterempfohlen. Feng-Shui und vergleichbare Lehren finden große Verbreitung, und kein weltanschauliches Konstrukt ist zu abgefahren oder verdreht, als dass sich nicht ein Fähnlein Jünger fände, die dem Ganzen mit Konsequenz und Eifer und auf (oft erhebliche) eigene Kosten folgen.

Vereine und Institute organisieren Messen, Kongresse und Kurse und propagieren dort alle nur denkbaren alternativen Heilverfahren, die neben der medizinischen Komponente fast immer auch religiöse oder sonstwie weltanschauliche Elemente haben und nicht selten von sektenartig organisierten Anhängern praktiziert werden.

Als Begründung für diese Hinwendung zu irrationalen Behandlungsmethoden und den mit ihnen verquickten Weltbildern Den Rest des Beitrags lesen »


Briefeimer oder Müllkasten

Unterwegs gesehen:

??????????

Fehlt nur das Posthorn. Und die Klappe am oberen Rand. Und daneben sollte natürlich ein Briefkasten stehen mit einem Zettel Bitte keinen Müll einwerfen!

P.S.: Wenn doch mal versehentlich ein Brief ausgerechnet in diesem gelben Blechdings landet, einfach den NSA-Residenten am Ort anrufen, der kann sicher weiterhelfen.


Technische Spielideen

Nachdem meine Idee für einen Pi-basierten Bildschirmschoner ziemlich positives Echo gekriegt hat, erlaube ich mir heute, noch ein paar Bildschirmschonerideen vorzustellen. Diesmal ist es weniger mathematisch-theoretisch orientiert, sondern geht eher in Richtung Ingenieursspielereien.

Ich arbeite die Details jetzt nicht so ausführlich aus wie beim letztenmal, sondern ich werfe einfach nur die Ideen in den Ring. Selbst bauen könnte ich sowieso nichts davon. Und vielleicht ist das ja auch alles kalter Kaffee, so spannend und aktuell wie die Zeitung von vorgestern oder der drölfzehnte Neuaufguss der Schlaghose, weil es das schon lange gibt.

Egal, hier also ein paar Bildschirmschonerideen, die Den Rest des Beitrags lesen »


Seilspringen

Unterwegs gesehen:

graffiti_sprungseil


Zweckentfremdung

Kürzlich ist mir seit längerem zum ersten Mal wieder der Ausdruck “auf den Ohren sitzen” in den Sinn gekommen. Von jemandem, der absichtlich oder aus wie auch immer begründeter Weggetretenheit nicht zuhört, sagt man gelegentlich, er sitze auf seinen Ohren. Oder man fragt ihn, ob er denn auf den Ohren sitze. Auf den Ohren zu sitzen ist natürlich technisch unmöglich. Wenn es ginge, wäre es aber ganz klar eine Zweckentfremdung der Ohren.

Alternativ kann man sich Bohnen in die Ohren stecken. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine Zweckentfremdung sowohl der Ohren als auch der Bohnen, ist im Gegensatz zum Sitzen auf den Ohren aber tatsächlich möglich. (Erbsen gehen genausogut, sind hier aber nicht idiomatisch.) Dass man mit hülsenfruchtverstopften Ohren nicht besonders gut hört, dürfte jedem einleuchten, das ist reine Physik. Aber außer Kleinkindern macht das sowieso kaum jemals wer.

Ein ähnlicher Fall von Zweckentfremdung ist das Kriechen auf dem Zahnfleisch. Das Zahnfleisch ist ganz eindeutig nicht dafür vorgesehen, dass man darauf kriecht. Das machen aber manche Leute, wenn sie völlig erschöpft, alle oder erledigt sind und trotzdem weitermachen.

Was man auch tun kann ist Den Rest des Beitrags lesen »


Morgensonne

betonbretterwand_flach

Ein aus Brettern roh zusammengezimmerter Tanzboden im Morgenlicht? Den Rest des Beitrags lesen »


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