Halbiertes Stereo

Unter den Blinden ist der Einäugige bekanntlich König. Hier eine Variation über dieses Thema aus der Hifi-Welt:

halbiertes_stereo_gesamt

Lieber nur einen von zwei Kanälen einer Stereoanlage als gar keine Musik. Obwohl, das kommt ganz auf die Musik an…


Morgen ohne Tee

Manche Leute brauchen morgens ihren Kaffee, um in die Gänge zu kommen, manche brauchen eine Zigarrette, manche auch ein Bier oder eine kalte Dusche. Bei mir ist es Tee. Morgens trinke ich immer Tee. So gut wie immer. Jeden Morgen, spätestens beim Frühstück. Eine Tasse schwarzen Tee mit Milch und Kandis.

Es kommt aber vor, dass es nicht klappt mit dem Tee. Ganz selten zwar, aber es gibt sie, die Morgen ohne Tee. Wenn ich krank bin und mir der Magen allzu schräg hängt zum Beispiel. Oder wenn ich so gründlich verschlafe, dass ich beim Aufwachen dann jäh aus dem Bett springe, mir im Tiefflug meine Klamotten greife und mich auf dem Weg zum Bahnhof im Laufen umziehe (und auf dem Bahnsteig merke, dass mir eine Socke fehlt). Da ist für Tee natürlich keine Zeit.

Oder wenn ich unterwegs bin und in der jeweils verfügbaren Gastronomie die üblichen merkwürdigen Vorstellungen von der Zubereitung schwarzen Tees herrschen, sodass ich mir das Gebräu nicht antun mag. (Obwohl, Den Rest des Beitrags lesen »


Ordnung wie gedruckt

Wir haben eine Bastelkiste, in der wir unser Bastelmaterial aufbewahren – Buntpapier, Fotokarton, Filz, Glitzerkram, Farbe, Klebstoff, Glasperlen, was weiß ich. Der Bestand ist im Laufe der Jahre erheblich gewachsen, und in der Kiste ist es unübersichtlich geworden. Deshalb haben wir jetzt mal versucht, den Inhalt ein wenig zu sortieren. Kleinkram sollte in durchsichtige Ziploc-Tüten. Farbdöschen oder -fläschchen in Pappschachteln oder durchsichtige Plastikdosen, Stifte ebenso. Dabei sollte gleiches mit  gleichem einsortiert werden, es geht ja darum, die Sachen einfach auffindbar zu machen.

Nun hatten wir ein paar kleine Pappschachteln unterschiedlicher Formate und die eine oder andere Tupperdose zur Verfügung, um das Zeug ordentlich unterzubringen. Aber leider ist es mit diesen Behältnissen so, dass die oft knapp zu klein sind. Man kriegt die vorhandenen fünf Flaschen und drei Dosen Farbe und die zwei Lackstifte mit Müh und Not und viel Zirkelei gerade so drin unter, aber wenn eine Farbe dazukommt oder ein als Ersatz für eine verbrauchte Farbe gekauftes Gebinde ein anderes Format hat, passt es nicht mehr.

Und wenn man die so überladene Schachtel auch nur zu scharf anschaut, fällt was raus. Ordnung geht anders, also Den Rest des Beitrags lesen »


Mal keine Banane

Dass Leute (mehr oder weniger stilisierte) Bananen per Schablone an Hauswände sprühen oder pinseln, ist ein alter Hut. Auch wenn das mal als eine Art Kunstprojekt angefangen hatte, gibt es mittlerweile so viele Bananenbilder an Hauswänden, dass es banal und nichtssagend geworden ist. Nichts gegen diese Bananenbilder, die sind oft ganz witzig und lockern so manche dröge Fassade ein wenig auf. Aber mit der Zeit wird es langweilig. Banane, Banane, Banane.

Darum begrüße ich es sehr, dass hier tatsächlich mal jemand keine Banane an die Wand gemalt hat:

mal_keine_banane_ueberblick

Drei rosarote Elefanten (obwohl die Farbe eigentlich eher eine Art deep purple ist, aber um Musik soll es hier jetzt nicht gehen). Aus der Nähe betrachtet Den Rest des Beitrags lesen »


Spannende Begegnung

Was passiert eigentlich, wenn eine unwiderstehliche Kraft auf ein nicht verschiebbares Objekt trifft? Eigentlich geht das natürlich nicht, jedenfalls hat man auch nach Jahrhunderten philosophischer Beschäftigung keine Lösung gefunden bzw. kann noch nicht einmal ein Szenario präsentieren, in denen eine unwiderstehliche Kraft und ein nicht verschiebbares Objekt gleichzeitig denkbar sind.

Kürzlich bin ich allerdings zufällig auf ein Projekt gestoßen, das sich einer praktischen Umsetzung dieses Paradoxons immerhin fast auf Sichtweite annähert. Die erstaunlich bescheidene Versuchsanordnung sieht folgendermaßen aus:

irresistible_force_immovable_object

Hier Den Rest des Beitrags lesen »


Liegender Holzmann

Neulich hat foster auf Nummer Vier im Wald einen hölzernen Drachen fotografiert. Das hat mich an den Holzmann erinnert, den ich letztes Jahr im Wald ablichten konnte:

liegender_holzmann

Die Beine zeigen nach links, das linke Bein ist ausgestreckt, das rechte angewinkelt. Den rechten Arm hat er hinter dem (auf dem Foto leider nicht sichtbaren) Kopf verschränkt, den anderen Arm nach oben ausgestreckt. Der braucht nicht einmal einen Liegestuhl, um es sich gemütlich zu machen.

Den Rest des Beitrags lesen »


Abgesackt

abgesackt

Da ist der linke Türpfosten im Lauf der Zeit erheblich abgesackt. Wahrscheinlich die ganze linke Haushälfte – man beachte auch den Knick in dem steinernen Querriegel über der Tür, wo das Erdgeschoss endet und der erste Stock anfängt. Man kann Den Rest des Beitrags lesen »


Rotkäppchen und der böse Baum

Das Nebeneinanerher, oft Mit- oder Gegen- und manchmal auch Ineinander von Menschengemachtem und Natur bringt hin und wieder interessante oder skurrile Dinge hervor, die einen manchmal an Stellen überraschen, wo man nichts besonderes zu sehen erwartet hätte.

Wer auf dem Land wohnt oder sich gelegentlich dort aufhält, kennt sicher Weidezäune, die aus rohen Holzpfählen und Stacheldraht gebaut werden. Wenn so ein Weidezaun an einem Waldrand entlanglaufen soll, spart der Bauer sich gern den einen oder anderen Pfosten und nagelt den Draht stattdessen einfach an Bäume, die dort stehen, wo der Zaun hinsoll. Anders als die Pfosten wachsen die Bäume natürlich weiter, werden Jahresring für Jahresring kräftiger, und mit der Zeit umschließt der Baum solche Drähte, verschluckt sie gewissermaßen.

Neulich ist mir sowas ähnliches begegnet, nur ist nicht der Stacheldraht eines Zauns betroffen, sondern Den Rest des Beitrags lesen »


Rechtzeitig vorglühen

Bald ist wieder Fußball, genauer gesagt, Weltmeisterschaft. Da spielen Jogis Jungs auch wieder mit, und deshalb besteht für Deutschland natürlich unbedingter Mitfieberzwang. Sämtliche Spiele der Nationalmannschaft sowie die ihrer Gruppengegner, der möglichen Gegner im Achtel-, Viertel- und Halbfinale und besonders die der möglichen Finalgegner sind unbedingt live zu verfolgen. Idealerweise unter freiem Himmel vor riesigen Flachbildschirmen oder Leinwänden.

Mit diesen Public Viewings gibt es zwar ein kleines Problemchen – wenn viele Leute zusammen Fußball kucken wird es dabei meistens etwas lauter, und eigentlich darf nach 22 Uhr unter freiem Himmel kein organisierter Lärm über 40dB(A) mehr gemacht werden. Deshalb sind solche Veranstaltungen nach 22 Uhr normalerweise nicht zu genehmigen. Aber das Turnier findet nun einmal in Brasilien statt, mit vier bis sechs Stunden Zeitverschiebung. Viele Spiele werden deshalb überhaupt erst nach 22 Uhr MESZ angepfiffen und wären damit von vornherein nicht publicviewingfähig.

Den Rest des Beitrags lesen »


Gegenteile

Es gibt ja eine ganze Menge Wörter, die per Vorsilbe in ihr Gegenteil verwandelt werden, zum Beispiel SinnUnsinn, spektakulärunspektakulär. Andere Wörter werden per Nachsilbe vergegenteilt: beispielhaftbeispiellos. Seltener wird zur Bildung eines Gegenteils auch eine Nachsilbe per Vorsilbe umgedreht: alltagstauglichalltagsuntauglich, aber das ist eher selten.

Manchmal haben sich die gegenteiligen Wörter auseinanderentwickelt und mindestens eines davon hat sich soweit verändert, dass man es nicht mehr als zugehörig erkennt. Das wirsch von unwirsch existiert zwar noch, heißt heute aber würdig und wird ohne etymologisches Wörterbuch nicht mehr als Ursprung von unwirsch erkannt. Weder die Aussprache noch die Bedeutung geben dem Uneingeweihten Anlass, einen Zusammenhang zwischen würdig und unwirsch zu sehen, und ich weiß es auch nur, weil ich es nachgeschlagen habe.

Den Rest des Beitrags lesen »


Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 44 Followern an