Gefühlte Temperaturen

Es gibt ja oft eine Diskrepanz zwischen der tatsächlichen und der gefühlten Temperatur. Das Phänomen nennt sich Windchill oder Windkühle. Dabei geht es, wie der Name nahelegt, um die Fälle, wo man es unbehaglich kühl findet. Als Gegenpart gibt es den für zu heiße Temperaturen zuständigen Hitzeindex, der interessiert mich hier aber nicht weiter.

Wo die Tage jetzt wieder kürzer und kühler werden, fällt mir folgendes auf: Die absolute Temperatur hat nur bedingt damit zu tun, mit wieviel Kleidung man sich behaglich fühlt. Während ich im Sommer schon mal bei 22°C barfuß, mit kurzer Hose und T-Shirt draußen im Schatten sitze und das als angenehm und warm genug empfinde, kommen mir dieselben, jetzt im Büro gemessenen 22°C im Büro ausgesprochen ungemütlich kühl vor. Dabei trage ich eine lange Hose, Halbschuhe mit Socken, ein Unterhemd und ein Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln, also viel mehr als damal im Sommer unterm Baum. Windstill ist es hier drin auch. Und draußen scheint die Sonne. Nicht direkt ins Büro, aber es ist eben kein trüber Nebeltag, wo man schon wegen des grauen Nichtlichtes im Geiste fröstelt.

Eigentlich müsste ich doch Den Rest des Beitrags lesen »


Spendenaufruf

Neulich in einer öffentlichen Toilette:

spenden

Kurz und bündig.

P.S.: Das Problem Den Rest des Beitrags lesen »


Kein Urlaub in Sobibor

Vor kurzem hat man die Überreste von Gaskammern im Vernichtungslager Sobibor gefunden. Das ist natürlich unangenehm für Holocaustleugner. Die hatten sich so schön in ihrem Paralleluniversum mit selbststabilisierendem Realitätsersatz eingerichtet, in dem es den Holocaust nie gegeben hat. Sobibor sei keinesfalls ein Vernichtungslager gewesen, glaube ich sie krakeelen zu hören, sondern allenfals ein Arbeitslager. Wahrscheinlich aber ein Urlaubslager der Wehrmacht oder so. Wenn es bei Sobibór überhaupt irgendein Lager gegeben habe.

Dabei steht außer Zweifel, dass man in Sobibor tatsächlich Gaskammern gefunden hat und nicht etwa Reste römischer (oder türkischer) Bäder, in denen das Personal der örtlichen SS-Garnison (Ruhige-Kugel-Posten als Belohnung für Tapferkeit oder ideologische Zuverlässigkeit oder gute Verbindungen und Arschkriecherei) sich die viele freie Zeit vertrieben hat.

Auch dass die Alliierten nach der Kapitulation der Wehrmacht schnell Den Rest des Beitrags lesen »


Abendlicht

abendlicht

Ein Stück Baum im Abendlicht.


Hairaten und Überaschungen

Wortspiele und Sprachwitze können sehr viel Spaß machen. Oder furchtbar nerven. Für manche Sorten Wortspiel braucht man vielleicht einen bestimmten Sinn für Humor. Ich selbst mag Wortspiele gern, meistens jedenfalls, und liefere gelegentlich selbst welche ab. Beim Kollegen nömix ist spätestens in den Aktenvermerken auch eine gewisse Wortspielneigung zu beobachten. Liegt mir sehr, das.

Natürlich weiß ich, dass dem einen seine Nachtigal dem anderen seine Eule sein kann. Wem Wortspiele generell nicht liegen oder wer mit meiner Art von Sprachwitz schon schlechte Erfahrungen gemacht hat, sei hiermit ausdrücklich gewarnt, gleich geht es in die Wortspielgeisterbahn. Es haben sich ein paar Sprachkaspereien angesammelt, die ich bei dieser Gelegenheit mal mitteilen möchte (für einen eigenen Eintrag sind die jeweils zu, ja, ich weiß nicht, aber zusammen mit der salbungsvollen Einleitung könnte das gehen).

Also: Den Rest des Beitrags lesen »


Reclaim the Street (2)

reclaim_the_streets_bemoost

“Die Natur” nagt weiter am urbanen zivilisierten Raum. Wenn das so weitergeht, hat sie sich dieses Stück Fläche zwischen Bahnsteigen in ein paar Jahren wieder einverleibt. Hübscher als glattgeschrubbter Waschbeton ist es so allemal, das kriegt hier fast so eine verträumte Art Hinterhofcharme.


Parkstreifen? Gehweg!

Auf Gehwegen abgestellte Fahrräder sind in vielen Städten ein Problem. Besonders lästig ist es, wenn so ein Gehweg ohnehin schon eher schmal ist und auf der einen Seite von einer Hauswand und auf der anderen von geparkten Autos begrenzt ist. Zumal die Parker sich oft nicht an die Markierung halten und zumindest die Außenspiegel weit auf den Gehweg ragen, wenn nicht das halbe Auto den Fußgängern den Platz wegnimmt. Wenn dann noch Fahrräder da stehen, hat man es schon mit zwei Einkaufstaschen oder einem kleinen Kind an der Hand schwer, da durchzukommen.

Mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator hat man oft keine Chance und muss auf die Straße ausweichen. Da muss man dann von einer Hofeinfahrt bis zur nächsten auf die Fahrbahn und wird naturgemäß von den selbsternannten Herren der Straße auf vier Rädern wütend angehupt, weil man da als Fußgänger ja eigentlich auch nichts zu suchen hat.

Anders als bei falschgeparkten Autos ist es fast aussichtslos, die Besitzer der störend abgestellten Fahrräder ausfindig zu machen und zum Wegstellen ihrer Gefährte zu bewegen. (Und wer, wenn er irgendwohin unterwegs ist, hat schon die Zeit und den Nerv, sich durch alle Wohnungen eines Mietshauses durchzuklingeln und alle möglichen fremden Leute zu stören? Die Schule, der Bus, andere Termine warten alle nicht, Lehrer und Chefs dürften mehrheitlich wenig Verständnis zeigen. Man kann bei sowas nur Den Rest des Beitrags lesen »


Schnellere medizinische Hilfe

Neulich habe ich einen Artikel über das Projekt United Hatzalah gelesen. Das ist eine Organisation in Israel, die ehrenamtliche Rettungssanitäter ausbildet, mit einem Notfallkoffer ausstattet und ihren Einsatz parallel bzw. ergänzend zum offiziellen Rettungsdienst organisiert. Das geschieht über eine App, die bei einem eingehenden Notruf die zehn UH-Leute über das Handy alarmiert, die dem Einsatzort am nächsten sind. Welche das sind, wird über GPS ermittelt.

Es gibt derzeit gut 2000 aktive Ersthelfer bei United Hatzalah, die bei Alarmierung sofort alles stehen und liegen lassen und den Unfallort aufsuchen. Sie sind dafür anscheinend freigestellt, ähnlich wie bei uns Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren, vermute ich.

Die UH-Leute sind im ganzen Land unterwegs. In den (zumindest zu den Stoßzeiten oft staugeplagten) Großstädten teils zu Fuß, teils auf dem Fahrrad, zunehmend auch mit Mopeds oder so. Dadurch kommen sie – anders als sperrige Rettungswagen – auch bei Stau schnell zum Einsatzort. In ländlichen Gegenden Den Rest des Beitrags lesen »


Kehrseiten

Neulich in der Buchhandlung:

kehrseiten

Zugegeben, die beiden Bücher lagen nicht so, ich habe sie aus dem Regal zusammengesucht und auf benachbarte Stapel gelegt. Aber sie passen so schön zusammen, wie die Kehrseiten derselben Medaille.

Ich habe in Spielmans Buch nicht hineingeschaut und weiß nicht, um was für eine Lebensliste es da geht. Der Untertitel lässt vermuten, dass es nicht eitel Sonenschein ist. Aber ob man deswegen gleich Den Rest des Beitrags lesen »


Lizenz zum Gelddrucken

Wenn sich jemand irgendwo kritisch über die Homöopathie oder eine ihrer Spielarten äußert, kommt fast immer jemand und behauptet, die Globuli würden aber ganz hervorragend wirken. Oft wird dann von Heilungen im Bekanntenkreis berichtet, oft bei hartnäckigen Krankheiten wie Krebs, an der die “Schulmedizin” sich im konkreten Fall die Zähne ausgebissen habe und die der Homöopath ratzfatz habe wegheilen können. (Darüber, dass gerade diese spektakulären Krebsheilungen nie in den Zeitungen auftauchen und so gar kein Aufsehen in der Öffentlichkeit erregen, scheint sich bei diesen Leuten niemand zu wundern.)

Immer wieder kommt in diesen Diskussionen auch der Vorwurf, die böse Pharma-Industrie vertreibe aus Geldgier vielfach wirkungslose, schädliche, gefährliche und überteuerte Medikamente und Impfstoffe, um die Menschen krankzumachen oder ihre Gesundung zu verhindern oder wenigstens hinauszuzögern. Die “Schulmediziner” steckten mit ihnen unter einer Decke, schwatzten ihren Patienten (natürlich wider besseres Wissen) Chemiehämmer auf, wofür Bad Pharma ihnen im Gegenzug ein hübsches Stück von dem fetten Geldkuchen zuschustere. Besonders die flächendeckenden Impfungen seien eine reine Geldbeschaffungsmaßnahme dieser Seilschaften: nutzlos, gesundheitsschädigend, teuer, zynisch.

Über dieses “Argument” ärgere ich mich jedesmal wieder. Nicht, weil ich von der Pharma-Industrie bezahlt werde (werde ich nicht, wurde ich nie) oder weil ich “die Pharma-Industrie” pauschal für Engel auf Erden halte, die Den Rest des Beitrags lesen »


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 74 Followern an