Pentatonisches

Vor einer Weile hatte ich ja ein schon etwas älteres Gedankenspiel zur Übertragung der grundlegenden Idee der Zwölftonmusik auf die Sprache wieder aufgenommen. Und jetzt frage ich mich pünktlich zum heutigen Internationalen Tag der Muttersprache, ob man nicht auch in die andere Richtung gehen und ein sprachliches Äquivalent zur Fünftonmusik bauen könnte, sozusagen als Muttersprachgymnastik.

Anderswo wird nur wieder (und oft reichlich larmoyant) über den unmittelbar bevorstehenden Untergang der deutschen Sprache wegen Anglizismenschwemme und Gendersprech gejammert. Das halte ich für völlig verfehlt – Den Rest des Beitrags lesen »


The Quick Brown Fox

Pangramme, also Sätze, die jeden Buchstaben des Alphabets enthalten, sind hübsch. Echte Pangramme (sogenannte Isogramme), die jeden verfügbaren Buchstaben genau einmal enthalten, sind hübscher. Das in der Überschrift angesprochene englische Pangramm ist mit 35 Buchstaben recht lang und enthält mehrere Buchstaben mehrmals: The quick brown fox jumps over the lazy dog. Es gibt elegantere englische Pangramme, also kürzere, mit weniger doppelten Buchstaben, trotzdem ist der schnelle braune Fuchs wohl das bekannteste englische Pangramm.

Auf Deutsch gibt es laut Wikipedia mindestens drei echte Pangramme mit Umlauten und ß, davon zwei in neuer Rechtschreibung, die wenn schon nicht inhaltlich sinnvoll dann doch wenigstens grammatisch korrekt Den Rest des Beitrags lesen »


Wortteilgrenzen

Es gibt eine Reihe von Wörtern, die unterschiedlich zusammengesetzt sein und damit unterschiedliche Dinge bezeichnen könnten:

Lebensmittelpunkt – Lebensmittel-Punkt (Ausgabestelle für Lebensmittel) oder Lebens-Mittelpunkt (Wohnort, Wirkungsstätte)

Heilerfolge – eine Serie von Heilern oder Erfolge bei der Heilung

Dann gibt es Wörter, die Den Rest des Beitrags lesen »


Einsilbigkeiten

Die scherzhafte Frage nach der norddeutschen Stadt mit einer Silbe ist nicht mehr ganz neu. Dass die Antwort Bremen lautet (Brehm) ist sicher den meisten bekannt. Auch die zweisilbige norddeutsche Stadt kennt man: Kiel (Kí-jel). Dass Bremen manchmal doch zweisilbig ausgesprochen wird (Bré-jem) lassen wir hier mal beiseite.

Es gibt aber noch mehr einsilbige norddeutsche Städte, etwa Den Rest des Beitrags lesen »


Werwolf

Warum heißt der Werwolf eigentlich Werwolf? Die Herleitung nach Pfeifer, derzufolge sich das Wort zusammensetzt aus althochdeutsch/altsächsisch/altenglisch wer ‘Mann’ und dem in demselben Wörterbuch unter Wolf behandelten Substantiv, ist natürlich völlig haltlos.

Wenn es, wie man weiß, mehrere Jahrhunderte des Mittelalters gar nicht gab, können natürlich auch etymologische Erklärungen, die auf Sprachzeugnisse aus dieser Zeit zurückgreifen, Den Rest des Beitrags lesen »


Dalbi qüwehn pävko zyg

Vor knapp hundert Jahren haben Arnold Schönberg, Josef Matthias Hauer, Herbert Eimert, Anton Webern, Josef Rufer und Alban Berg die Zwölftontechnik eingeführt (Details hier nachzulesen). Bei Musik, die nach einem der unter diesem Titel zusammengefassten Verfahren komponiert ist, muss jeder Ton der abendländischen Zwölftonskala einmal verwendet werden, bevor der erste zum zweiten Mal auftauchen darf. Oder so ähnlich. Es gibt da verschiedene Ausprägungen und Verfahren.

Der Witz von dem ganzen erschließt sich mir nicht. Das klingt für mich alles unangenehm schräg. Atonal eben, und dass man die Missklänge nicht mehr wie in der freien Atonalität einfach so fließen lässt, sondern sie nach einem bestimmten Schema fabriziert, macht sie für meine Ohren nicht besser. Aber egal, muss ja nicht jedem gefallen. Damals war das jedenfalls das granz große Ding.

Die Literatur hat nie Vergleichbares geschafft. Den Rest des Beitrags lesen »