Apfelbäumchen

Wieso muss eine Schule in der dritten Woche nach den sechswöchigen Sommerferien die Lehrerschaft auf einen Betriebsausflug schicken, dazu jährlich Team-Building-Events organisieren und Planungstage durchführen und dafür jeweils Unterricht ausfallen lassen? Wäre das nicht in den Ferien gegangen? Wieso muss eine Schule eine ganze Fachschaft außerhalb der Ferien für mehrere Tage auf Weiterbildung schicken und dafür den entsprechenden Fachunterricht größtenteils streichen? Kann man das nicht in den Ferien machen?

(Für Kindergärten gilt das im Prinzip genauso. Die haben weniger Ferien als Schulen – aber für Berufstätige, die auf die Betreuung angewiesen sind, immer noch zu viel, das kann man mit normalem Jahresurlaub nicht abdecken, schon ohne Streik der Erzieherinnen. Außerdem lassen die sich die Betreuung der Kinder ja auch noch bezahlen, der effektive Stundensatz ist deshalb deutlich höher als naiv nach der Formal Monatsbeitrag durch Betreuungsstunden errechnet, und das macht das ganze noch ein bisschen ärgerlicher.)

Klar, ganz so einfach ist es nicht. Dass nicht alle Weiterbildungen für Lehrkräfte in den Ferien stattfinden können, leuchtet ein – die Institute, die diese Weiterbildungen anbieten, können ja nicht während der Schulzeit einfach Den Rest des Beitrags lesen »

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Geschichte

Im Geschichtsunterricht habe ich vieles gelernt. Insgesamt drei engagierte Geschichtslehrer haben mir im Gymnasium eine Menge beigebracht. In den unteren Klassen viel Grundlagenwissen – Orte, Daten, Zahlen zum Auswendiglernen. Gründung Roms, Karl der Große, Westfälischer Friede, Reichssicherungshauptschluss und so. Später dann mehr Zusammenhänge und Hintergründe, z.B. zur NS-Diktatur und zum 2. Weltkrieg. Wie es dazu kommen konnte, wie das überhaupt möglich wurde und wieso es nicht verhindert wurde.

Eine der eindrücklichsten Lektionen zu dieser Zeit stammt aber aus dem Musikunterricht. Mein Musikgrundkurs in der Oberstufe war sehr klein, nur eine handvoll Leute, die fast alle beträchtliche musikalische Vorbildung mitbrachten. Deshalb konnten wir dort Den Rest des Beitrags lesen »


Schubladen

Nach der Einführung in die Grundrechenarten und der „Eroberung“ des Zahlenraums bis mindestens 1.000.000 legt das Mathebuch meiner Tochter gegen Ende der Grundschulzeit jetzt Grundlagen für den Einstieg in die nächste Stufe der Mathematik. Unter der Überschrift „Sachrechnen“ kommen da Problemstellungen, die sich nicht im einfachen Ausrechnen konkreter Aufgaben erschöpfen, sondern die Textverständnis, Weltwissen und Abstraktionsvermögen voraussetzen.

Ein Beispiel sind Fermi-Aufgaben, bei denen man auf der Grundlage oft eher spärlicher Information ungefähre Abschätzungen vornimmt. Das Prinzip wird erklärt und anhand anschaulicher Beispiele eingeübt: Eine Aufgabe wird gestellt, dann werden ein paar Fragen dazu gestellt, anhand derer die Kinder sich darüber klar werden sollen, wie sie das Problem lösen können, welche Zahlen sie zur Problemlösung brauchen. Finde ich ziemlich gut – von allen möglichen Dingen unkompliziert ungefähr die richtige Menge oder Größe bestimmen zu können, kann wichtig sein, sonst nimmt man noch zu viele oder – viel schlimmer – zu wenig Bücher, Kaugummi oder Bier mit in den Wildnisurlaub hinter dem Bretterzaun am Ende der Welt…

Eine Hausaufgabe neulich lautete: Den Rest des Beitrags lesen »


Alles zu seiner Zeit am rechten Ort

Eine Schulklasse steigt in den Zug. Gutgelaunt, munter plaudernd, ungefähr 12 oder 13 Jahre alt. Ein Ausflug kurz vor den Sommerferien.

Als alle irgendwie untergebracht sind, geht der erste Griff zum Handy, ziemlich bei allen. Es wird still, man sieht eifriges Wischen und Stochern mt Fingern überall. Einer murmelt was von Scheißding, Akku wieder leer, steckt das Handy weg und starrt etwas verloren in die Runde.

Eine Lehrerin fragt, ob sie Den Rest des Beitrags lesen »


Mannschaftswahl

Über Sinn und Wert von Sportunterricht in der Schule kann man sich streiten. Viele Sportlehrer halten ihr Fach für das Allerwichtigste überhaupt. Im Sportunterricht, heißt es gelegentlich, lerne man am Meisten für das Leben (ähnlich wie später bei der Bundeswehr, in der „Schule der Nation“, dort stehen dann Verpissen, Zeittotschlagen und Kaputtpflegen sperrigen Geräts als zentrale Lerninhalte auf dem Plan). Mehr noch als um die Vermittlung motorischer Fähigkeiten gehe es gerade im Sportunterricht um Zwischenmenschliches: Zusammenarbeit in Teams, gegenseitige Unterstützung, Fairness, Kräftemessen, Aktivierung ungeahnter Leistungsreserven, Besiegen des inneren Schweinehundes. Das alles fördere ein gesundes Selbstbewusstsein und mache das Kind letztlich lebenstüchtig.

So ganz falsch mag das alles ja nicht sein. Es gibt auch gute Sportlehrer, die ihren Schülern tatsächlich Brauchbares vermitteln. Die meisten Schüler dürften das allerdings erheblich weniger idealistisch sehen. Ziemlich viele gehen durch den Schulsport wohl wie durch den meisten Unterricht: Den Rest des Beitrags lesen »